Weihnachten auf La Réunion - Weihnachten und seine zahlreichen Traditionen nahen in großen Schritten. Mehr dazu findet ihr im DFJW-Adventskalender auf Instagram. Hinter dem Türchen Nr. 5 verbirgt sich DFJW-Juniorbotschafterin Indina, die uns von den Feierlichkeiten auf der Insel La Réunion berichtet. Eine perfekte Möglichkeit zum Träumen, bevor es in die Feiertage geht.

Für die Inselbewohnerinnen und -bewohner läutet der Beginn der Sommerferien auf La Réunion auch die Festtage am Jahresende ein, die zeitgleich mit Feierlichkeiten zur Abschaffung der Sklaverei am 20. Dezember stattfinden.

Gleichzeitig breiten die majestätischen und pulsierenden Flammenbäume ihr rotes Kleid aus, während sich die Jacarandas mit violettfarbenen Blüten schmücken. Außerdem haben Litschis, Mangofrüchte und auch die Ananas Victoria Saison. All diese Früchte werden an den Marktständen angeboten.

Auf La Réunion sind die Festtage zum Jahresende - wie eigentlich die meisten Feste - eine Gelegenheit, lange Abende mit der Familie zu verbringen und bis in die Morgenstunden zu feiern. Lokale, nationale oder internationale Musik läuft bis morgens um 4.00 oder 5.00 Uhr.

Die Familien treffen sich bei den Großeltern oder am Strand. Am Tag zuvor machen alle bei der Dekoration und der Vorbereitung des opulenten Festessens mit, das häufig aus lokalen Leckerbissen und/oder Gegrilltem besteht. All das findet in einer lockeren Atmosphäre statt, bei der Musik wie Sega oder Maloya auf keinen Fall fehlen darf.

In unserer Familie thront der Weihnachtsbaum, der aufgrund des Inselklimas natürlich künstlich ist, üblicherweise schon Anfang Dezember, spätestens aber zum Ferienbeginn in unserem Haus. Gleichzeitig beginnen wir mit der Dekoration des Hauses, die meist bis Anfang Januar erhalten bleibt.

Am 24. Dezember packen alle mit an - sei es, um den Tisch zu decken oder um das Essen vorzubereiten. Jeder hat seine Aufgabe! Dabei werden traditionelle und lokalverankerte Weihnachtslieder, u. a. von Jacqueline Fareyrol, gesungen.

An diesem Tag sollte man meine Mutter besser nicht stören, weil sie voll und ganz mit der Vorbereitung der traditionellen Bûche de Noël - einem Weihnachtsgebäck aus Schokolade und Maronencreme - beschäftigt ist. Ihr findet das vielleicht seltsam, aber wir sind eine ganz typische Familie auf La Réunion. Unsere Mutter kommt aus Südfrankreich, unser Vater ist auf La Réunion geboren. Seine Familie stammt aus Indien. Da ist Vermischung vorprogrammiert! Das gilt auch für das Weihnachtsessen, das einem tropisch-französischen Geschmackserlebnis gleicht.

Nach einer durchtanzten Partynacht freuen wir uns am Morgen des 25. Dezembers über die vielen Geschenke unter dem Weihnachtsbaum.

Und auch hier ändert sich nichts an den Traditionen aus unseren Kindheitstagen: Eine_r von uns vier „Kindern“ verteilt der Reihe nach die Geschenke, eins nach dem anderen. Die Tradition besagt, dass die Person ihr Geschenk geöffnet haben muss, bevor ein neues verteilt wird.

Wenn dieser schöne Moment vorbei ist, gibt es vor dem opulenten Mittagessen ein leichtes Frühstück. Das Mittagessen besteht zu 100 % aus Spezialitäten der Insel La Réunion: Litschis, unserem traditionellen kreolischen Sandkuchen („pâté créole“) und natürlich die „Bûche de Noël“.  

Der größte Unterschied unseres Weihnachtsfestes auf La Réunion ist und bleibt zweifelsohne das Wetter. Während es in Frankreich und Europa bitterkalt ist, schwanken bei uns die Temperaturen zwischen 30 und 37 Grad Celsius!

Indina Nice