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Internationale Jugendbegegnungen schaffen Perspektiven – das verdeutlichen die Ergebnisse der begleitenden Evaluation, die vom Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) und vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk (DPJW) seit 2005 durchgeführt wird. Die Fragebögen von über 5.000 Teilnehmenden und mehr als 700 Mitarbeitenden wurden nun ausgewertet und bilden die Grundlage für ein neu veröffentlichtes Buch: „Begegnung schafft Perspektiven. Empirische Einblicke in internationale Jugendbegegnungen“.

Aus der Fülle der Ergebnisse werden folgende drei exemplarisch benannt:

  1. Bei dieser Studie handelt es sich um eine der größten wissenschaftlichen Evaluationen, die jemals im Kontext internationaler Jugendbegegnungen durchgeführt wurde. Die Studie spiegelt sowohl die Meinungen von Jugendlichen aus den beteiligten Ländern als auch die Perspektiven von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden wider.
  2. Aus der Fülle der Ergebnisse werden folgende drei exemplarisch benannt:
    Die Daten verdeutlichen die hohe Relevanz internationaler Jugendbegegnungen für junge Menschen. Dies gilt zunächst für die Mitarbeitenden, die sich oftmals ehrenamtlich engagieren. Ihr Einsatz für internationale Arbeit wurde zumeist schon im Jugendalter angeregt: Drei Viertel aller Mitarbeitenden haben früher selbst an internationalen Jugendbegegnungen teilgenommen. Hier zeigt sich exemplarisch die langfristige Wirkung von Jugendbegegnungen – und wie die Begegnungsarbeit sich in die ehrenamtlich getragene Arbeit von Jugendverbänden einfügt und damit einen wichtigen Baustein zivilgesellschaftlichen Engagements bildet.
  3. Jugendbegegnungen ermöglichen interkulturelle und sprachliche Erfahrungen: Etwa die Hälfte der Jugendlichen besucht bei der Begegnung erstmals das andere Land – verbunden mit tiefen Eindrücken. 85% der Teilnehmenden berichten, dass sie aufgrund dieser Erfahrung auch Lust bekommen haben, weitere Länder und Kulturen kennen zu lernen. 74% der Teilnehmenden berichten, ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessert zu haben. Zwei Drittel der Jugendlichen können sich vorstellen, auch länger (mindestens drei Monate) ins Partnerland bzw. eines der Partnerländer zu gehen.

Die Ergebnisse zeigen, dass beispielsweise Hauptschülerinnen und Hauptschüler von besonders positiven Effekten ihrer Teilnahme berichten, wenn sie auf die internationale Jugendbegegnung zurückblicken. Trotzdem zeigen sich auch bleibende Herausforderungen für die Weiterentwicklung der Jugendbegegnungen: Wie in vielen anderen freiwilligen Aktivitäten der Jugendarbeit gelingt es bislang zu wenig, Jugendliche aus allen Teilen der Gesellschaft gleichermaßen für die Teilnahme zu gewinnen.

Ausgehend von solchen mit Zahlen belegten Ergebnissen werden außerdem grundlegende Chancen und Perspektiven internationaler Jugendbegegnungen in den Bereichen Diversität, Mobilität und Identität aufgezeigt und  auf besondere Projekte vom DFJW und DPJW hingewiesen.

Die Evaluation Internationaler Jugendbegegnungen ist ein Evaluationsverfahren, das Trägern (beispielsweise Jugendverbänden oder Städtepartnerschaften) zur eigenständigen Auswertung ihrer Begegnungen zur Verfügung gestellt wird. Das DFJW und das DPJW halten die dafür benötigten Materialien kostenfrei bereit und betonen, dass die Daten ausschließlich zur freiwilligen Qualitätsentwicklung dienen. Die beiden aus dem Projekt hervorgegangenen Publikationen („Evaluation Internationaler Jugendbegegnungen“ 2008; „Begegnung schafft Perspektiven“ 2011) können beim DFJW und beim DPJW bestellt werden. Alle Informationen und Materialien stehen auch unter www.eijb.eu bereit.

Auszüge aus den Vorworten der Minister aus Deutschland, Frankreich und Polen
Dank der institutionellen Kooperation zwischen DFJW und DPJW wurde nun eine Evaluationsmethode entwickelt, deren Ergebnisse auf standardisierten, wissenschaftlich getesteten Fragebögen beruhen und die in dieser Publikation gesammelt vorgestellt werden.
Dr. Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Ein unentbehrliches Instrument im Dienst der Mobilität und der Begegnung junger Menschen in Europa – und warum nicht auch darüber hinaus.
Luc Chatel, Minister für Bildung, Jugend und Vereinsleben, Frankreich

Langjährige Erfahrung und gute Beispiele gilt es zu nutzen. Daher sehe ich diese Publikation als ein Kompendium, das künftigen Organisatoren von Jugendbegegnungen behilflich sein kann, ebenso wie es derzeit aktiven erlaubt, ihre Arbeit mit und für Jugendliche effektiver zu gestalten.
Katarzyna Hall, Ministerin für Bildung, Polen

Buch-Information

Begegnung schafft PerspektivenIlg, Wolfgang / Dubiski, Judith (2011): Begegnung schafft Perspektiven. Empirische Einblicke in internationale Jugendbegegnungen. Berlin/Potsdam/Paris/Warschau: Deutsch-Französisches Jugendwerk und Deutsch-Polnisches Jugendwerk.

Deutsche Version: ISBN 978-3-9812076-3-7
Französische Version: ISBN 978-3-9812076-5-1
Polnische Version: ISBN 987-3-9812076-7-5

Die Publikation kann kostenlos angefordert werden bei debrosse@dfjw.org oder steffen.grothe@pnwm.org

Unter www.eijb.eu steht sie als pdf zum Download zur Verfügung.


Kontakt:
Sandrine Debrosse-Lucht
Tel. 030 / 288 757 23
debrosse@dfjw.org