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„Entdeckt habe ich Sprachanimationen und interkulturelle Methoden während der Seminare meines Deutsch-Französischen Freiwilligendienstes im ökologischen Bereich. Das Team der Ausbilderinnen und Ausbilder begleitete uns in diesem Jahr sowohl pädagogisch als auch sprachlich. Sie zeigten uns, wie man sich spielerisch der Fremdsprache, der Kultur und den anderen Teilnehmenden annähern kann. Dadurch lernte ich,  mich selbst zu hinterfragen und meine sozialen und sprachlichen Kompetenzen zu verbessern. Aber auch die Methoden interessierten mich sehr, vor allem da ich bereits das französische Pendant der Jugendleiterkarte – das Brevet d’Aptitude aux Fonctions d’Animateur (BAFA) - in Frankreich absolviert hatte.

Nach einigen Recherchen beschloss ich ein Jahr später die Ausbildung zur Gruppendolmetscherin mit den Vereinen BILD/GüZ zu machen. Außerdem konnte ich so zwei Gruppen helfen, miteinander zu kommunizieren und die Sprache des Anderen zu verstehen. Leider habe ich das Zertifikat am Ende nicht erhalten, weil ich noch nicht bereit war, aber ich habe unglaublich spannende Menschen kennengelernt, mit denen ich noch heute in Kontakt bin. Manche habe ich sogar besucht, andere gaben mir Ratschläge und mit einigen habe ich bereits zusammen gearbeitet.

Nach dieser Ausbildung organisierte ich meinen ersten deutsch-französischen Austausch zwischen der BUNDjugend Rheinland-Pfalz und dem Institut de Formation, d’Animation et de Conseil (IFAC) Grenoble. Dieser und auch die Rückbegegnung in Deutschland 2018 klappten so gut, dass im Sommer 2019 bereits der dritte von mir organsierte Austausch stattfindet. Der Anfang ist jedoch nicht immer leicht. Man tappt im Dunkeln, man probiert vieles aus, informiert sich…aber mit Arbeit, Ausdauer und Leidenschaft gelingt es schließlich, eine tolle und für die Jugendlichen und das Betreuerteam unvergessliche Begegnung zu organisieren. Einige Teilnehmende waren sogar gleich mehrmals hintereinander bei meinen Fahrten dabei. Das hat mich unglaublich gefreut – man sieht die Entwicklung der Jugendlichen.

Vor drei Jahren wurde ich DFJW-Juniorbotschafterin im Bereich Kommunikation, welches mir den Zugang zu einem großen Netzwerk von Personen eröffnete, die ebenfalls Erfahrung im Begleiten und Animieren von Jugendbegegnungen haben.

Während ich im Rahmen des Programms „Arbeit beim Partner“ als pädagogische Mitarbeiterin beim FÖJ-KUR arbeitete, hörte ich, dass das DFJW nach Ausbilderinnen und Ausbildern für den Deutsch-Französischen Freiwilligendienst suchte. Ich besuchte die Fortbildung zur interkulturellen Teamerin und die Tandem-Ausbildung, wo ich witzigerweise einige Teilnehmende aus meinem Dolmetsch-Seminar traf und . Diese ist ähnlich wie das BAFA aufgebaut, ein bißchen Theorie und ganz viel Praxis. Das Leitungsteam gab immer einige Beispiele vor und dann war es an uns, eine Gruppenanimation vorzubereiten. Die Zeit für Austausch und Feedback kam nie zu kurz, so dass ich viel erfuhr und meine Animationen verbessern konnte. Denn alles gelingt nicht beim ersten Mal. Ich habe gelernt, flexibel zu reagieren, mich auf die Gruppe einzulassen und mich anzupassen. Einige Animationen funktionieren mit machen und mit manchen nicht, das ist ganz normal.

Ich selbst bin schon ein bisschen „verrückt“ nach deutsch-französischen Begegnungen – als Teilnehmerin und als Betreuerin. Die Stimmung ist wirklich einzigartig, man lernt so viel über sich selbst, aber auch über und von den anderen. Man knüpft Freundschaften und ein großes (berufliches) Netzwerk, wenn man in diesem Bereich in den Ferien oder hauptberuflich arbeiten möchte. Es freut mich immer, wenn ich die „alten“ Teilnehmenden zufällig wiedertreffe. Die deutsch-französische Welt ist klein, bietet aber viele Möglichkeiten.“

 

Mélody Michon

 

Wenn du dich für die Fortbildungen des DFJW interessierst, findest du alle weiteren Informationen unter https://www.dfjw.org/programme-aus-und-fortbildungen.html