Verwaltungsrat begrüßt die Bemühungen des DFJW für mehr Vielfalt bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern

28. November in Berlin

Die 13. Sitzung des Verwaltungsrates fand am 28. November 2017 in der Landesvertretung des Saarlandes in Berlin statt. Im Vorfeld der Sitzung ermöglichte das DFJW ein Gespräch zwischen Dr. Ralf Kleindiek, Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), Jean-Benoît Dujol, interministerieller Delegierter des französischen Jugendministeriums, und einer Gruppe von jungen Menschen aus Deutschland, Frankreich und Polen. Sie hielten sich im Rahmen einer vom Centre Francais de Berlin, dem Verein Peuple et Culture, der Margarete-von-Witzleben-Schule Berlin, der französischen Vereinigung junger Gehörloser und dem Gluchoniemych-Institut Warschau initiierten trilateralen Jugendbegegnung in Berlin auf; für viele war dies der erste Aufenthalt in der deutschen Hauptstadt. Bei der Mehrheit der anwesenden Jugendlichen handelte es sich um gehörlose oder ertaubte Menschen. Mit ihrem Engagement setzen sich die Jugendlichen für die Belange von Gehörlosen in Europa ein. Das Gespräch fand in sechs Sprachen statt und zeigte einmal mehr, wie wichtig die Verwendung der Gebärdensprache im öffentlichen Raum für die gesellschaftliche Beteiligung der betroffenen Personen ist. Zudem wiesen die Jugendlichen auf Defizite bei der Unterrichtung der internationalen Gebärdensprache in den nationalen Bildungssystemen hin, was die Kommunikation untereinander erheblich erschwere. 

 

In der Sitzung des Verwaltungsrates unterstrich StS Kleindiek, dass die Programmformate des DFJW und seiner Partnerorganisationen wesentlich zum Abbau von Vorurteilen und zu einer nachhaltigen beruflichen Orientierung für junge Menschen beitragen. Der deutsch-französische Freiwilligendienst, dessen zehnjähriges Bestehen im Oktober 2017 in Saarbrücken in Anwesenheit der deutschen Jugendministerin, Dr. Katarina Barley, begangen wurde, sei ein Paradebeispiel für die Beteiligung und Einbindung junger Menschen unterschiedlichster Herkunft an grenzübergreifenden Austauschmaßnahmen. In diesem Jahr wurde deshalb das Budget für den deutsch-französischen Freiwilligendienst nochmals um 130.000 Euro erhöht. Ziel müsse auch in Zukunft ein internationales Mobilitätsangebot für ALLE jungen Menschen sein. Jean-Benoît Dujol betonte, wie wichtig das DFJW für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in beiden Ländern und für die Vermittlung der europäischen Idee in politisch bewegten Zeiten sei. Der Strategie „Diversität und Partizipation“ kommt eine entscheidende Rolle zu, wenn es darum geht, junge Menschen, die von sich selbst aus nicht an einer grenzübergreifenden Mobilität teilnehmen, für eine Austauschbegegnung zu gewinnen. Die Anstrengungen, welche das DFJW zur Umsetzung der Strategie unternimmt, seien bemerkenswert. Gleichzeitig dürften die damit verbundenen besonderen finanziellen Anstrengungen nicht unterschätzt werden.

Das Gremium verabschiedete den Haushaltsentwurf 2018 und die Änderungen der Richtlinien, mit denen u.a. eine neue Berechnung des Fahrtkostenzuschusses verbunden ist. Außerdem wurden neue Regelungen zur Übertragbarkeit von Mitteln verabschiedet, um eine größere Haushaltsflexibilität innerhalb der einzelnen Arbeitsbereiche des DFJW zu ermöglichen. Darüber hinaus beschloss der Verwaltungsrat den Aktionsplan 2018. Im kommenden Jahr soll demnach neben der verstärkten Ansprache von Kindern und Jugendlichen unter 12 Jahren auch die konsequente Umsetzung der Strategie „Diversität und Partizipation“ fortgesetzt werden. Ferner beteiligt sich das DFJW an verschiedenen Maßnahmen anlässlich der Erinnerung an das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren. Die Umstrukturierung des DFJW wird 2018 mit der Einrichtung zweier neuer interner Arbeitseinheiten – der Zentralen Abrechnungseinheit und der Abteilung „Übersetzung und Redaktion“ – fortgesetzt.

Das Mandat von Generalsekretär Dr. Markus Ingenlath endet zum 31. Dezember 2017 und wird vorläufig bis Sommer 2018 verlängert. In den vergangenen sechs Jahren konnte unter Führung des Tandems Angrand-Ingenlath eine bessere finanzielle Ausstattung durch die deutsche und französische Regierung und Drittmittelgeber für das DFJW erreicht werden. Gleichzeitig wurde die Netzwerkarbeit mit institutionellen und zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen und den bilateralen Jugendorganisationen ausgeweitet. Die intensive Kommunikation mit externen Partnern hat zu einem Bewusstseinswechsel bei politischen Entscheidungsträgerinnen und -trägern geführt. Darüber hinaus konnte das DFJW einmal mehr positive Impulse in der grenzüberschreitenden Jugendarbeit in Europa setzen, wie es bei der Einrichtung des Westbalkan-Jugendwerkes/ Regional Youth Cooperation Office (RYCO) oder auch bei den Überlegungen zur Schaffung eines franko-algerischen Jugendwerkes der Fall war. Generalsekretär Ingenlath hob hervor, dass seit 2012 der Anteil an jungen Menschen mit besonderem Förderbedarf an den Austauschprogrammen des DFJW auf 15,7 Prozent in 2016 angestiegen ist. Das DFJW ist auf gutem Weg, das Ziel von 20 Prozent dieser Personengruppe an den Programmen des DFJW bis 2020 zu erreichen. 

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