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Im April bin ich in die Hauptstadt Moldawiens, Chişinău, geflogen, wo ich als DFJW-Juniorbotschafterin junge Menschen aus Deutschland, Frankreich und Moldawien getroffen habe, um mit ihnen die Gegensätze unseres Kontinents Europa zu diskutieren. Es war das erste Mal, dass ich so weit innerhalb Europas gereist bin.

Obwohl ich am 9. Mai, dem Europatag, geboren wurde und aus einer deutsch-polnischen Familie stamme, habe ich mich niemals so europäisch gefühlt, wie zu dem Zeitpunkt, als ich in die „deutsch-französische“ Welt eingetaucht bin.

Als ich mein Studium an der Deutsch-Französischen Hochschule angefangen habe, begann ich, andere Länder zu entdecken. Ich genoss die Vorzüge meines europäischen Passes und reiste in die Nachbarländer Deutschlands: Tschechien, Niederlande, Österreich, Luxemburg und Belgien. Die Idee ist dieselbe wie bei allen Austauschprogrammen: Sobald man einmal in einem fremden Land lebt, wird einem klar, wie einfach und faszinierend es ist, woanders hinzugehen.

Aber der Mehrwert deutsch-französischer Erfahrungen, wenn sie vom DFJW begleitet und organisiert werden, liegt darin, dass man wirklich darin ausgebildet wird, die fremde Kultur tiefer zu begreifen und zu verstehen. 2014 absolvierte ich einen deutsch-französischen Freiwilligendienst, der mich begeistert hat.

Auf der einen Seite bringt man uns bei, darauf vorbereitet zu sein, etwas Unbekanntes zu erleben, auf der anderen Seite ist es genauso wichtig, auf die Heimkehr vorbereitet zu werden,  was manchmal eine Rückkehr in die Monotonie bedeutet kann.

Der Vorteil, sein Auslandsabenteuer im deutsch-französischen Kontext zu beginnen, liegt darin, dass es sich um eine interkulturelle Beziehung handelt, die bereits gut verankert ist und von der wir bereits viele kulturelle Unterschiede kennen. So ist man im Nachbarland niemals so ganz verloren.

Irgendwann kommt dann der Moment, wo man sich mit den deutsch-französischen Unterschieden komplett vertraut fühlt und so sein Blickfeld ein wenig ausweiten kann. Dank meines Studiums in Deutschland habe ich viele internationale Freunde gefunden. Und damit meine ich echte Freunde und keine einfachen Bekanntschaften. Die Fortbildung des DFJW hat es mir ermöglicht, Clichés zu überwinden und echten Freundschaften zu schließen.

Das DFJW ist aber keine exklusiv binationale Organisation, es gibt auch zahlreiche trilaterale Projekte, die mit Québec und Tunesien begonnen haben. Das DFJW öffnet sich mit seiner Strategie „Diversität und Partizipation“ auch neuen, vielseitigeren Zielgruppen sowie Jugendlichen aus ganz Europa, wozu auch der Balkan und der Kaukasus zählen.   

Angenommen, ich hätte das DFJW nie kennen gelernt, würde ich heute meine Flugtickets nach Moldawien in der Hand halten? Ganz sicher nicht! Unter anderem deshalb bin ich heute Juniorbotschafterin: Um eine Organisation zu unterstützen, die definitiv meinen Lebensweg beeinflusst hat und das im positiven Sinne!

 

 

Redaktion: Eléonore Garnier / Übersetzung aus dem Französischen: Thorsten Lechtenberg