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Jetzt ist es wieder soweit: Heute laufen wieder überall laufen wieder überall kleine Gespenster, Vampire, Skelette und Kürbis-Fratzen von Haus zu Haus und schreien „Süßes oder Saures!“. Denn am 31. Oktober ist Halloween, das Fest der Geister und Hexen. Aber wer hat sich nicht schon einmal gefragt, woher dieser Brauch eigentlich kommt und was genau der Kürbis damit zu tun hat?

Die Ursprünge

Dass es sich bei dem Halloween, das wir heute feiern, um ein Import-Produkt aus den USA handelt, das in erster Linie die Verkleidungsbranche erfreut, weil es ihr neben Karneval ein zweites Einnahme-Hoch beschert, ist sicherlich allen bekannt. Dennoch ist Halloween kein uramerikanisches Produkt, sondern vermutlich keltischen Ursprungs und wurde in Irland, Großbritannien und im nördlichen Gallien als heidnisches Neujahrsfest gefeiert („Samhain“). Einige Historiker gehen davon aus, dass dieses Fest dort später von der katholischen Kirche als All Hallows‘ Eve („Nacht vor Allerheiligen“) christianisiert wurde, dieser Bezug zu Allerheiligen ist aber umstritten und nicht endgültig belegt. Die Iren brachten den Brauch wahrscheinlich nach der großen Hungersnot von 1845 mit nach Amerika, wo er nach und nach weiterentwickelt wurde.

Kürbis-Fratzen und Rübengeister

Wie also kam der Kürbis ins Spiel? Der irische Brauch sah vor, dass an Halloween Kartoffeln und Rüben ausgehöhlt und mit Fratzen versehen werden sollten – im Gedenken an Jack O’Lantern, der einer Legende nach seine Seele an den Teufel verkaufte, es jedoch schaffte, den Teufel zu überlisten und ihm zu entkommen. Nach seinem Tod wollte weder der Himmel noch die Hölle Jack O’ Eintritt gewähren. Aus Mitleid schenkte der Teufel dem Umherirrenden eine glühende Kohle aus dem Höllenfeuer, welche dieser in einer ausgehöhlten Rübe durch die Dunkelheit trug. Die Rüben-Fratzen dienen also der Abschreckung böser Geister. Die großen amerikanischen Kürbisse stellten sich als viel geeigneter für diesen Brauch heraus als Rüben oder etwa Kartoffeln – die heute überall bekannte Kürbis-Fratze war geboren. In Amerika hat sich seit den 1950ern außerdem die Tradition entwickelt, in gruselig aufgemachter Verkleidung von Haus zu Haus zu gehen und mit dem Spruch „Trick or treat!“ (im Deutschen „Süßes, sonst gibt’s Saures!“) Süßigkeiten zu einzusammeln.

Und in Deutschland und Frankreich?

In Deutschland hat sich die amerikanische Halloween-Tradition seit den 90ern von Frankreich ausgehend mehr und mehr verbreitet. In den Auslagen finden sich eine Menge Grusel-Accessoires, es werden Verkleidungs-Partys, Horrorfilm-Abende, Halloween-Feuer und Straßenumzüge veranstaltet. Doch seit einigen Jahren macht sich vermehrt Kritik an diesem Fest hörbar: Das amerikanische Halloween sei zu kommerziell ausgerichtet und vertreibe außerdem regionale Bräuche wie zum Beispiel die mit der Kirchweih zusammenhängende Tradition der Rübengeister-Laternen in Süddeutschland.

Außerdem wird in den süddeutschen Bundesländern, ebenso wie in Frankreich, am 1. November das Fest der Allerheiligen begangen – ein katholisches Hochfest, mit welchem bereits seit dem 9. Jahrhundert aller bekannten und unbekannten Heiligen gedacht wird. Allerheiligen gehört zu den sogenannten stillen Tagen, d.h. sie unterliegen bestimmten Feiertagsgesetzen der jeweiligen Bundesländer. Tanzveranstaltungen, laute Konzerte und rauschende Partys sind an diesem Tag verboten. Die große Halloween-Sause kann dort also bestenfalls mit einer Sondergenehmigung stattfinden. Dennoch feiern laut einer STERN-Umfrage immerhin zwei Drittel (68 %) der Deutschen Halloween.

Auch in Frankreich haben Konzerne wie Disneyland, Coca-Cola und McDonald’s das amerikanische Halloween seit Ende der 90er mit massiven Marketing-Operationen eingeführt und sind damit auf große Begeisterung gestoßen. Dennoch ist dieser Hype Umfragen zufolge seit 2005 rückläufig: Es gibt werden zwar allerorts Halloween-Partys organisiert, dennoch sinkt das Interesse an dem Brauch in seiner Ursprungsform. Genau wie in Deutschland überlagert die amerikanische Version auch hier frühere Traditionen: Im bretonischen Finistère war es bis Mitte des 20. Jahrhunderts bei den Kindern Brauch, in den Tagen vor Toussaint (Allerheiligen) Rüben auszuhöhlen, sie mit Fratzen zu verzieren und eine Kerze hineinzustellen oder sie auf den Kopf zu setzen und durch die Straßen zu laufen. Die gleiche Tradition existiert in Lothringen unter dem Namen Rommelbootzennaat („Nacht der Rübengeister“), welche ebenfalls am 31. Oktober gefeiert wird.

Böse Clowns

Und leider ist Halloween in diesem Jahr auch Auslöser eines sehr makabren Phänomens: In einigen französischen Regionen ist es in den letzten Wochen immer wieder zu Zwischenfällen mit „Horror-Clowns“ gekommen, die vor allem in größeren Gruppen Passanten bewusst bedroht und in Angst versetzt haben sollen. Dieser Trend ist ursprünglich in den USA entstanden und findet besonders auf Facebook viele junge Anhänger und Nachahmer. Doch wer möchte schon gerne nachts allein einem bewaffneten Grusel-Clown begegnen? Da hört der Spaß wirklich auf. Bei diesem Traditions-Mischmasch verliert man schon einmal den Überblick - wie sollen (und dürfen) wir dieses Jahr also am besten Halloween feiern?

Gegen eine lustige Kostüm-Party ist ja im Prinzip nichts einzuwenden – solange sie nicht gegen das Feiertagsgesetz verstößt. Wer sich in Frankreich auf den Weg macht, sollte sich vor den bösen Clowns in Acht nehmen. Eine Kürbis-Laterne im Fenster macht herbstliche Stimmung – und den Kürbis kann man danach auch noch zur Suppe weiterverarbeiten. Auf keinen Fall sollte man vergessen, genügend Süßigkeiten einzukaufen, denn sonst riskiert man, Opfer eines Kinderstreichs zu werden…und wem die Tipps nicht reichen, der kann sich von diesem Kult-Hit noch inspirieren lassen.

In diesem Sinne: Happy Halloween!!!

Von den DFJW-Juniorbotschafter verfasst