Der Landesjugendrat (Conseil Régional des Jeunes - CRJ) der Normandie setzt sich aus 30 jungen Menschen im Alter von 15 bis 25 Jahren zusammen. Die Mädchen und Jungen aus den fünf Départements der Region sind paritätisch vertreten. Die Mitglieder repräsentieren die unterschiedlichen Zweige der Bildungslandschaft (Schule, Lehre, Hochschule usw.). Wie nehmen diese jungen Menschen während der Corona-Krise am politischen Leben teil?

Marie Buisson: In der aktuellen Gesundheitskrise nehmen wir, die Mitglieder des CRJ, weiterhin am politischen Leben teil und erfüllen unsere Aufgaben. Wir haben zwei Vorschläge eingereicht, über die die Mitglieder des Regionalrates im Dezember 2020 abgestimmt haben: Zum einen geht es um die Gründung der journées normandes, an denen junge Menschen auf Entdeckungstour in ihrer Region gehen können. Zum anderen wollten wir eine Plattform einrichten, auf der junge Menschen aus der Normandie mit Studierenden und Berufstätigen über ihren Bildungsweg diskutieren können. Auch wenn wir uns aufgrund der sich verschlechternden Corona-Situation nicht treffen konnten, standen wir stets miteinander in Kontakt. Einmal pro Monat haben wir eine Videokonferenz organisiert, um gemeinsam zu arbeiten und die Dinge voranzubringen! 

Der Landesjugendring Baden-Württemberg e. V. ist der Zusammenschluss von 33 landesweiten Jugendverbänden sowie der Stadt- und Kreisjugendringe in Baden-Württemberg. Dank verschiedenen Aktionen bringt er junge Menschen zwischen 6 und 27 Jahren mit Landespolitiker*innen ins Gespräch. Wie können sich Jugendliche in Baden-Württemberg aktiv am politischen Handeln während der Corona-Krise beteiligen und einbringen?

Nicolas Alt: In Baden-Württemberg gibt es besonders in den Kommunen eine Vielzahl verschiedener Jugendbeteiligungsformate. Leider aber noch längst nicht in jeder Gemeinde oder Stadt. Natürlich stellte die Corona-Krise auch diese Formate vor Herausforderungen, doch werden nach einem Jahr Pandemie vermehrt auch digitale Wege gefunden, um junge Menschen an politischen Prozessen zu beteiligen. Wir müssen trotzdem anmahnen, dass dies über eine lange Zeit in der Pandemie nicht geschehen ist und Jugendliche sich nicht wahrgenommen gefühlt haben.

 

Welche Vorschläge macht der CRJ, um jungen Menschen in der Normandie eine Stimme zu geben?

Marie Buisson: Der CRJ unterbreitet Vorschläge und ist beratend tätig. Unser Gremium soll jungen Menschen aus der Normandie Gehör verschaffen. Mit Blick auf die Beratungsarbeit wurde der CRJ im Februar in ein Projekt einbezogen, das derzeit von der Region entwickelt wird. Es soll ein Videowettbewerb für Gymnasiast*innen zu verschiedenen gesellschaftspolitischen Themen ins Leben gerufen werden. Zum Jahresbeginn konnte der CRJ auch eine Stellungnahme abgeben, wie Gymnasiast*innen im öffentlichen Nahverkehr vor Ansteckungen mit dem Corona-Virus geschützt werden können.

Welche Möglichkeiten bietet der Landesjugendring, um jungen Menschen eine Stimme zu geben?

Nicolas Alt: Die im Landesjugendring zusammengeschlossenen Jugendverbände werden maßgeblich von jungen Menschen getragen und gestaltet. Über die Vertretung im Landesjugendring haben diese eine starke Stimme auf Landesebene und gegenüber der Landespolitik. Darüber hinaus bieten wir jungen Menschen aber auch in vielen Veranstaltungen und Projekten die Möglichkeit, ihre Themen und Anliegen zu vertreten. Zum Beispiel organisiert der Landesjugendring den zweijährlich stattfindenden Kindergipfel und Jugendlandtag, bei denen zuletzt 100 Kinder bzw. 175 Jugendliche im Landtag mit den Abgeordneten diskutierten. Im Bündnis #alt_genug fordern wir mit weiteren Spitzenverbänden der Jugendarbeit, dass Jugendliche künftig bereits ab 16 Jahren bei der Landtagswahl wählen dürfen.

Was sind die nächsten Projekte des CRJ?

Marie Buisson: Zunächst werden wir die im Dezember angenommenen Vorschläge im Rahmen der Veranstaltungen der Region Normandie (journées normandes und Orientierungsplattform) umsetzen. Wir werden auch weiterhin Stellungnahmen zu verschiedenen Jugendthemen abgeben. Demnächst werden wir an Gymnasien zum Thema nachhaltige Entwicklung arbeiten. Und dann werden wir im CRJ unsere zweijährige Amtszeit auswerten und über verschiedene Aspekte des Gremiums sprechen, damit sich der CRJ positiv weiterentwickelt!

Die Landtagswahlen in Baden-Württemberg am 14. März (diesen Sonntag) läuten das „Superwahljahr“ in Deutschland ein. Welche Aktionen führt der Landesjugendring durch, damit junge Menschen in Baden-Württemberg wählen gehen und sich bei der Wahl Gehör verschaffen können?

Nicolas Alt: Mit den U18-Wahlen geben wir Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, bei der Landtags- und der Bundestagswahl ihre Stimme abzugeben. Sie können so zeigen, wie sie wählen würden. Üblicherweise gleichen die U18-Wahlen mit Wahllokalen, Wahlurnen und Wahlzetteln den „echten“ Wahlen so weit wie möglich. Während Corona gibt es diesmal auch die Möglichkeit, bei U18 digital seine Stimme abzugeben. Und damit sich junge Menschen auch ein Bild der antretenden Kandidierenden und Parteien machen können, lud der Landesjugendring zweieinhalb Wochen vor der Landtagswahl zu einer digitalen Podiumsdiskussion ein.