« Youth for Peace : 100 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges oder der „Große Krieg“, wie er in Frankreich genannt wird. Nicht nur Europa, sondern die ganze Welt brach auseinander. In Gedenken an dieses historische Ereignis trafen sich 500 Jugendliche aus 48 Ländern, um über die Vergangenheit und die Zukunft des Friedens zu sprechen. 

Für mich als DFJW-Juniorbotschafter ist es ein großes Glück, in Europa leben zu können. Das gilt besonders für alles, was mit Mobilität zu tun hat: Die Möglichkeit, frei zu reisen und studieren zu können, ist meiner Ansicht nach die größte Errungenschaft der EU. Ganz konkret heißt das: Ich konnte als Schüler am Brigitte Sauzay-Programm teilnehmen und mehrere Monate in Deutschland bei einer Gastfamilie verbringen. Später konnte ich während meines deutsch-französischen Studiums zwischen Clermont-Ferrand und Regensburg auch diese Bewegungsfreiheit, diesen Geist des Austausches und der Interkulturalität erleben. Oder auch bei Seminaren und Begegnungen in anderen Ländern. Ich könnte so viele Beispiele nennen! Eines ist sicher: Wenn man in eine andere Kultur eintaucht, ist das immer eine Bereicherung.

Warum ich bei „Youth for Peace“ mitgemacht habe? Zunächst war es ein guter Anlass, mich noch mehr zu engagieren und einen neuen Blick auf die deutsch-französischen Beziehungen zu werfen.  Ich war von der Möglichkeit, so viele junge Menschen aus anderen Ländern zu treffen und sich mit ihnen auszutauschen, wirklich begeistert. Wir hatten interessante Gespräche, haben unsere Sichtweisen verglichen und unsere eigene Meinung in Frage gestellt. Wir haben darüber diskutiert, wie wohl die Zukunft des Kontinents aussehen wird, wir haben unsere Vorschläge ausgewertet und gemeinsam nach möglichen Lösungen gesucht. Und darum geht es ja bei solch einer Begegnung! Dank „Youth for Peace“ konnten wir viel voneinander lernen. Die friedliche Atmosphäre und der Wunsch, gemeinsam für die Zukunft Europas verantwortlich zu sein, waren dabei ganz wichtig. Die Erhaltung des Friedens ist in meinen Augen das Fundament der europäischen Idee und gleichzeitig Grundgedanke der Europäischen Union. Ich würde sogar behaupten, dass Frieden der Motor Europas ist.

Als junger Mensch ist es wichtig, sich für Geschichte zu interessieren: Die Vergangenheit darf nicht vergessen werden, wir müssen die Lehren daraus ziehen. Denn wir können aus unseren Fehlern lernen! Europa baut auf einer Geschichte auf, Europa ist das Ergebnis von Entscheidungen. Nun sind wir, die neue Generation, gefragt. Wir müssen der Geschichte Rechnung tragen, um die Zukunft Europas entsprechend zu gestalten.

In Zeiten, in denen wir uns tendenziell wieder voneinander entfernen, ist es umso wichtiger, Seite an Seite daran zu arbeiten, das Friedensprojekt zu wahren und seinen Fortbestand zu sichern. Die Die notwendigen Impulse kommen dabei von der Jugend!

Jules Miccinilli