Ein Jahrhundert nach der Schlacht um Verdun, die als erbarmungsloser Stellungskampf mit über 300 000 gefallenen deutschen und französischen Soldaten in die Geschichte eingegangen ist, gedenken Jugendliche aus beiden Ländern mit zahlreichen Veranstaltungen und Begegnungen gemeinsam der Vergangenheit.

Am 21. Februar 2016 werden der Generalsekretär und 20 Jugendliche aus Projekten des Deutsch-Französischen Jugendwerks (DFJW) an den Gedenkfeierlichkeiten am Mémorial de Verdun, einer historischen Vorführung durch den Verein „Connaissance de la Meuse“ auf dem Schlachtfeld von Verdun und einer Wanderung vorbei an verschiedenen Kriegsschauplätzen und Gedenkstätten teilnehmen.
„Angesichts der Krise Europas und seiner Werte, in der nationalistische Gesinnungen wieder Aufwind bekommen und nicht weit von uns entfernt erneut Krieg herrscht, ist dies für uns ein wichtiges Zeichen für Frieden und europäische Versöhnung: Junge Deutsche und Franzosen gedenken gemeinsam der Vergangenheit und vertiefen so die Freundschaft, die die Nachbarländer inzwischen verbindet“, so Dr. Markus Ingenlath, Generalsekretär, und Béatrice Angrand, Generalsekretärin des DFJW.

Das DFJW unterstützt das ganze Jahr 2016 über 30 Jugendbegegnungen zwischen Jugendlichen aus Deutschland und Frankreich sowie aus Drittländern, die sich der Erinnerungs- und Friedensarbeit widmen.
So wie die 13- bis 15-jährigen Schüler aus Morsbach und Amiens, die an dem Projekt „Die Magier des Friedens – les magiciens de la paix“ teilnehmen: Vom 17. bis zum 21. März erarbeiten sie in gemeinsamen Workshops mit Theater, Tanz, Musik, Foto und Video künstlerische Ausdrucksmöglichkeiten, um sich dem Thema Krieg, Frieden und Völkerverständigung zu nähern; anschließend präsentieren sie ihre Ergebnisse über ein interaktives Online-Portal und eine Wanderausstellung, um andere Schulen zu ähnlichen Projekten zu inspirieren.
In Marseille organisiert der Verein „Une Terre Culturelle“ vom 24. April bis zum 1. Mai eine trilaterale Begegnung junger Deutscher, Franzosen und Algerier, um die gemeinsame Vergangenheit aufzuarbeiten und Stereotypen und Klischees in Frage zu stellen, die bis heute aus einer Geschichte von Kolonialisierung, Unterdrückung und Feindschaft erhalten geblieben sind. Dabei werden Jugendliche mit besonderem Förderbedarf zwischen 15 und 17 Jahren einbezogen, die oft kaum Zugang zu internationalen Mobilitätsprogrammen haben.

Höhepunkt der Gedenkveranstaltungen ist am 29. Mai die Begegnung von 4000 deutschen und französischen Jugendlichen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Präsident François Hollande anlässlich eines deutsch-französischen Staatsakts in Verdun. Bereits ab dem 26. Mai bietet das DFJW gemeinsam mit der Mission du Centenaire de la Première Guerre Mondiale und weiteren Partnern vor Ort ein pädagogisches Begleitprogramm mit Workshops und Sprachanimationen an. Geplant sind außerdem Konzerte von deutschen und französischen Künstlern.

Zwischen 2014 und 2018 unterstützt das DFJW in Anlehnung an das Gedenken an den Ersten Weltkrieg 100 Projekte für den Frieden in Europa. Zur pädagogischen Begleitung solcher und ähnlicher Projekte stellt das DFJW außerdem kostenlos dasVademekum „Geschichte und Erinnerung in internationalen Jugendbegegnungen“ zur Verfügung. Das Handbuch zeigt Methoden auf, mittels derer sich Jugendliche einen historischen Zugang aneignen können, wobei Offenheit und Dialog im Zentrum des Austausches stehen.

Datei
pm-verdun-dfjw.pdf