Während die Planspielmethode in Deutschland recht verbreitet ist, wird sie in Frankreich nur wenig eingesetzt. Kaum anzutreffen ist sie (außerhalb akademischer Veranstaltungen) im Bereich der bi- und multilateralen Jugendbildung.

Für Veranstaltungen, die vom DFJW gefördert bzw. durchgeführt werden, haben die Partner Atout-Diversité, Peuple et Culture und polyspektiv Materialien entwickelt, die diese Lücke füllen. Nachdem die Planspiele mit Jugendgruppen erprobt und in Fortbildungen mit anderen Multiplikatorinnen und Multiplikatoren überarbeitet wurden, stellen wir sie nun der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Methode und Lernziele

Das Planspiel vermittelt anhand eines aktuellen Themas die Grundlagen demokratischer Entscheidungsprozesse und diplomatischer Verhandlungen. Die Teilnehmenden gestalten und bestimmen unmittelbar die Handlung, was den Lernprozess besonders inten­siv und motivierend macht. Planspiele fördern:

  1. Wissen über politische Institutionen und unterschiedliche politische Positionen
  2. Haltungen und Werte wie Demokratie, Empathie und Solidarität
  3. Soziale und strategische Handlungskompetenzen

Es gibt bereits folgende deutsch-französische Planspiele:

  1. Plastik To Go: ein Planspiel zur Gesetzgebung in der Europäischen Union (EU) am Beispiel von Einwegverpackungen
  2. Deutsch-Französischer Ministerrat (DFMR): ein Planspiel zur bilateralen Zusammenarbeit am Beispiel der Themen Beschäftigung, Migration und Klima

Materialien

Die Materialien umfassen alle nötigen Dokumente und einen Leitfaden, im dem die Schritte zur Vorbereitung, Anleitung und Auswertung eines Planspiels genau dargestellt sind.

Sie sind erhältlich bei boitieux@peuple-et-culture.org und hn@polyspektiv.eu.

Wir empfehlen das Planspiel Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die bereits Erfahrung mit der Methode haben. Wir weisen darauf hin, dass auch Fortbildungen zu Planspielen stattfinden.

Mehr Informationen zur Planspielmethode auf Französisch unter www.planspiel.fr und in folgendem Video:


 

1. Plastik To Go: Gesetzgebung in der Europäischen Union (EU) am Beispiel von Einwegverpackungen

Szenario:

Unterwegs schnell einen Kaffee zu trinken oder eine Pizza zu bestellen, scheint uns selbstverständlich. An die Folgen für die Umwelt denken wir dabei nur selten.

Die Europäische Kommission hat daher einen Verordnungsentwurf vorgelegt. Dieser verbietet die kostenfreie Abgabe von Plastikverpackungen für Nahrung und Getränke zum Mitnehmen oder Liefern. Außerdem verpflichtet die Verordnung zu Hinweisen auf negative Umweltfolgen.

Vertreterinnen und Vertreter der Europäischen Kommission, Ministerinnen und Minister aus den Mitgliedländern und Abgeordnete des Europäischen Parlaments diskutieren den Vorschlag und fällen eine Entscheidung.

Modulare Nutzbarkeit

Das Planspiel ist modular angelegt.  Es kann an unterschiedliche Gruppengrößen, zeitliche Kapazitäten und Lernziele angepasst werden. Gespielt werden kann entweder eine Lesung im Europäischen Parlament oder der gesamte Gesetzgebungsprozess mit Parlament, Rat und Kommission. 


2. Planspiel Deutsch-Französischer Ministerrat (DFMR)

Bilaterale Zusammenarbeit am Beispiel der Themen Beschäftigung, Migration und Klima

Szenario:

Der DFMR kommt zusammen. Er berät über Initiativen in der Beschäftigungs-, Migrations- und Klimapolitik.

Bei diesen Themen sind Deutschland und Frankreich bislang sehr unterschiedliche Wege gegangen. Für eine starke Wirkung bedarf es aber einer grenzübergreifenden Lösung und gemeinsamer Ideen im Rahmen der EU. Die Regierungen möchten daher Erfahrungen austauschen, voneinander lernen und gemeinsam konkrete Maßnahmen vorschlagen.

Die Staats- und Regierungschefs sowie Ministerinnen und Minister beider Länder bringen ihre jeweiligen Interessen ein, entwickeln neue Ideen und verhandeln Kompromisse.

Modulare Nutzbarkeit

Das Planspiel kann durch das Spielen von 2 oder 3 Initiativen und durch einfache oder doppelte Rollenbesetzung an unterschiedliche Gruppengrößen und zeitliche Kapazitäten angepasst werden.