Anlässlich des Deutsch-Französischen Ministerrats, der am Donnerstag, den 7. April 2016 in Metz stattfindet, organisiert das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) ein Weltcafé, in dem 80 französische und deutsche Teilnehmer_innen verschiedenster Herkunft Standpunkte und Handlungsvorschläge in den Bereichen Arbeitsmarkt, Mobilität, Erziehung und Bildung sowie Europapolitik erarbeiten werden. Die Ergebnisse ihrer Diskussionen werden sie anschließend den Ministernbeider Länder sowie Präsident François Hollande und Kanzlerin Angela Merkelvorstellen.

Die Jugendlichen sind zwischen 16 und 25 Jahren alt und kommen unter anderem aus dem Saarland, Lothringen und anderen deutschen und französischen Regionen. Viele von ihnen stammen aus einem sozial schwierigen Milieu, einige haben nur eine beschränkte Aufenthaltsgenehmigung in Frankreich oder einen Flüchtlingsstatus in Deutschland.

Das interaktive und innovative Weltcafé lehnt sich thematisch an das bilaterale Konzept zur besseren Förderung von Integration und Chancengleichheit für Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren an, das Annegret Kramp-Karrenbauer, Ministerpräsidentin des Saarlandes, und Jean-Marc Ayrault, französischer Außenminister, dem Deutsch-Französischen Ministerrat vorlegen werden.

Dr. Markus Ingenlath, Generalsekretär, und Béatrice Angrand, Generalsekretärin des DFJW, sind überzeugt von der Tragweite dieses Projekts: „Diese Begegnung stellt eine großartige Möglichkeit für das deutsch-französische Tandem dar, seine Bedeutung als Motor gesellschaftlicher Prozesse unter Beweis zu stellen, die über rein nationale Herausforderungen hinausgehen. Vor dem Hintergrund der verstärkten Zuwanderung junger Flüchtlinge in Deutschland und Radikalisierungstendenzen unter jungen Franzosen und Deutschen scheint diese Zusammenarbeit umso wichtiger.“

Das DFJW arbeitet angesichts anhaltender sozialer Ungleichheit seit über 10 Jahren an gemeinsamen Lösungen zum Abbau von Barrieren, die den Zugang zur internationalen Mobilität behindern. Momentan stellen „Jugendliche mit besonderem Förderbedarf“ (offizieller Sprachgebrauch der Europäischen Kommission) 14,8 % der Teilnehmer an vom DFJW geförderten Projekten; bis 2020 sollen es mindestens 20% sein.

Die Teilnahme an Austauschprojekten und grenzübergreifenden Begegnungen fördert das Selbstvertrauen, den eigenständigen Umgang mit komplexen Situationen, den Abstand zu eigenen Schwierigkeiten, eine stärkere Identifikation mit dem Herkunftsland und die interkulturellen Kompetenzen der Jugendlichen, wie uns wissenschaftliche Forschungsergebnisse inzwischen bestätigen (s. Publikationen des DFJW: Clichy sous Bois trifft Neukölln, 2014; Arbeitstext N. 26, Das deutsch-französische Netzwerk „Integration und Chancengleichheit“, 2014).

Mittwoch, 6. April ab 16:00 Uhr

Espace Pilâtre de Rozier (2 Rue George Ducrocq, 57070 Metz)

Akkreditierung unter batonnier@dfjw.org / +33 6 08 66 39 28 

Donnerstag, 7. April ab 9:00 Uhr

Ecole Supérieure d’Art de Lorraine (1 rue de la Citadelle 57000 Metz)

Datei
pm-dt-frz-ministerrat-7-april.pdf