Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) fördert nicht nur bilaterale Austauschprogramme für junge Menschen aus Deutschland und Frankreich, sondern auch trilaterale Programme mit Ländern in Mittelost- und Südosteuropa sowie im Mittelmeerraum mit Schwerpunkt auf dem Maghreb. Diese Programme spiegeln damit unterschiedliche außenpolitische Traditionen und Prioritäten der beiden Länder wieder, die jedoch für die Außenbeziehungen und die Zukunft von Europa insgesamt von hoher Relevanz sind. 

In den Maghreb-Staaten sind die einschneidenden politischen und sozialen Transformationsprozesse seit dem arabischen Frühling vor allem der Jugend zu verdanken, die einen Anteil von 20% der Gesamtbevölkerung bildet und eine entscheidende Rolle bei der Demokratisierung Nordafrikas spielen. Angesichts dieser Umbrüche will das DFJW einen Beitrag zur Demokratisierung und Herausbildung von zivilgesellschaftlichem Engagement in diesen Ländern leisten und die seit 1990 begonnen Kooperationen vertiefen und ausbauen.

Dadurch sollen zugleich Anstöße zum euro-mediterranen Dialog, zum interkulturellen Lernen und Austausch zwischen den Gesellschaften in Europa und im Maghreb gegeben werden. Dies erscheint angesichts des einerseits nicht nachlassenden Migrationsdrucks aus der Region und aus Afrika nach Europa und andererseits aktueller gesellschaftlicher Tendenzen zur Radikalisierung und zum Extremismus in Europa als lohnenswerte Anstrengung. Die Programme des DFJW für gleichaltrige Jugendliche unterschiedlicher Herkunft tragen zur Stärkung ihrer Identität und gleichzeitig zum Abbau von Ängsten und Vorurteilen bei.

In diesem Sinne organisiert das DFJW

vom 5. bis zum 8. Oktober 2016 in Marseille eine Konferenz zum Thema

Neue Perspektiven für den internationalen Jugendaustausch

um gemeinsam mit deutschen, französischen und maghrebinischen Akteuren der Jugendarbeit Ziele und Themenschwerpunkte für den euro-mediterranen Dialog festzulegen und eine Basis für gemeinsame Projekte zu schaffen.

Neben Diskussionsrunden und Workshops sind besonders Programmhighlights wie die Präsentation des Theaterprojekts Yadra hervorzuheben, einer zwischen 2014 und 2016 von 30 Jugendlichen aus Deutschland, Frankreich und Algerien geschaffenen Produktion.
Mittwoch, 5. Oktober, 18.30 Uhr

Slim Amamou, ehemaliger tunesischer Staatssekretär für Jugend und Sport, der während des arabischen Frühlings für die Meinungs- und Pressefreiheit in seinem Land eingetreten ist, wird als politischer Blogger und Aktivist über die Herausforderungen für die Akteure der Jugendarbeit in den Maghreb-Staaten sprechen.
Donnerstag, 6. Oktober, 9.00 Uhr

Adresse : Canopé Direction Territoriale  - 31 boulevard d’Athènes – 13232 Marseille

Anmeldung: seyberth@ofaj.org

Datei
pm-konferenz-maghreb-marseille.pdf