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Diversität und Partizipation

Junge Mädchen gehen zusammen
© OFAJ/DFJW

Im Oktober 2006, fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Ausbruch der Unruhen in den Pariser Vorstädten und im Berliner Stadtteil Neukölln, trat der 7. deutsch-französische Ministerrat zusammen, um sich mit dem Thema Integration und Chancengleichheit zu befassen. Deutschland und Frankreich sahen sich mit einer gemeinsamen Herausforderung konfrontiert: Man brauchte einen neuen Ansatz für die Integration der Bewohner benachteiligter Quartiere.

Vor diesem Hintergrund erhielt das DFJW von den beiden Regierungen den Auftrag, die Integration und Chancengleichheit dieser Zielgruppen und die Teilnahme möglichst vieler Jugendlicher an seinen Programmen zu fördern. Das Angebot des Jugendwerks wurde überarbeitet, um auch denjenigen die Teilnahme zu ermöglichen, die für gewöhnlich auf Grund sozio-kultureller, geografischer oder auch physischer Barrieren außen vor bleiben.

Zusammen mit der Stiftung Genshagen brachte das DFJW im gleichen Jahr das Netzwerk „Integration und Chancengleichheit“ auf den Weg, das 2012 auf Wunsch einiger spezialisierter Forscher in Diversität und Partizipation umbenannt wurde. Seit 2009 wurden die Mittel im Vergleich zum Gesamtbudget um 13,6 % erhöht. Die Koordination des Netzwerks erfolgt durch das DFJW in Kooperation mit dem Centre Français in Berlin. Seine Mitglieder treffen sich einmal jährlich abwechselnd in Deutschland oder Frankreich, um örtliche Einrichtungen zu besuchen, praktische Informationen auszutauschen und an themenspezifischen Workshops sowie an einer Partnerbörse teilzunehmen.

Seine wichtigste Aufgabe ist die Herstellung von Beziehungen zwischen den Akteurinnen und Akteuren der Jugendarbeit, die sich tagtäglich mit Aspekten wie Identität und Selbstwertgefühl, Umgang mit Diversität, interkulturelle Bildung, urbane Kulturen und staatsbürgerliches Engagement befassen.

Mehr Informationen unter www.di-pa.org

Alle Infos zum 10. Netzwerktreffen vom 12. bis 15. November in Paris

Lesen Sie auch das DFJW MAGAZIN #2.2015 – 10 Jahre Netzwerk Diversität und Partizipation

Nehmen Sie Teil an der Projektausschreibung „Diversität und Partizipation“

Die Projekte der Projektausschreibung „Diversität und Partizipation“ 

Das Deutsch-Französische Jugendwerk (DFJW) startete 2015 eine Ausschreibung für Projekte, die seiner Strategie „Diversität und Partizipation“ gewidmet sind. Ziel dieser Strategie ist, neue Zielgruppen für die Teilnahme an DFJW-Programmen zu gewinnen und die Gesellschaften für bestehende Ausgrenzungsmechanismen zu sensibilisieren. Gefördert werden 10 deutsch-französische Pilotprojekte, die im Zeitraum vom 1. Mai bis zum 15. Dezember 2015 durchgeführt werden. Finden Sie hier eine Auswahl der geförderten Projekte:

  • Étranges Autres: Die Rehabilitation der Opfer von Massakern

    Étranges Autres: Die Rehabilitation der Opfer von Massakern

    In Trévé, einer ländlichen Gemeinde im bretonischen Departement Côtes-d’Armor, befandsich 1944 ein Frontstalag, in dem 300 senegalesische Infanteristen gefangen gehalten und in ein Arbeitskommando eingeteilt wurden. Am Kriegsende kehrten die befreiten Gefangenen nach Thiaroye in der Nähe von Dakar zurück, Schauplatz eines von der französischen Armee verübten und auf Grund von Staatsgeheimnissen lange Zeit totgeschwiegenen Massakers. Nach dem Vorbild des Films „Tage des Ruhms“ (Originaltitel: „Indigènes“) von Rachid Bouchareb, der die Rolle von Soldaten aus den französischen Kolonien im Zweiten Weltkrieg zum Gegenstand hatte, wurde in Trévé 2014 eine Stele zum Gedenken an diese Infanteristen errichtet.

    Im Rahmen eines trilateralen Projekts in Trévé konnten junge Deutsche, Franzosen und Senegalesen vom 1. bis zum 10. August 2015 über Rassismus und Verschiedenartigkeit diskutieren und dabei auf institutionelle Diskriminierung und Staatslügen eingehen. Dabei nahmen sie auf ihre gemeinsame Geschichte Bezug und bekannten sich zu ihrer Erinnerungspflicht. Sie trafen Zeitzeugen, die den Aufenthalt der senegalesischen Infanteristen im Frontstalag der Gemeinde miterlebt hatten, und arbeiteten auch mit örtlichen Vereinen zusammen, die sich für dieses Thema einsetzen. 

    In Workshops hatten die jungen Menschen Gelegenheit, sich mit verschiedenen Verfahren für Audio-, Video- und Fotoproduktionen sowie mit dem Schreiben von Texten und deren Vertonung vertraut zu machen. Ihre Produktionen werden in den drei Partnerländern ausgestrahlt, unter anderem beim Festival „Thiaroye 44“ inSenegal im November und Dezember 2015.

  • Génériques, eine virtuelle deutsch-französische Ausstellung

    Génériques, eine virtuelle deutsch-französische Ausstellung

    Der Verein Génériques setzt sich für die Pflege und Aufwertung der Einwanderungsgeschichte in Frankreich und Europa ein. Sein neues Projekt „Regards croisés France-Allemagne“ behandelt die Rolle der Einwanderer in der Arbeiter- und Sozialgeschichte von 1968 bis 1990. Diese virtuelle Ausstellung auf Deutsch und Französisch möchte die Wahrnehmung der Bevölkerung von den ersten Gastarbeitergenerationen ändern, aber auch aufzeigen, wie diese ersten Einwanderer die Länder, wie wir sie heute kennen, geprägt haben.

    Schließlich haben die „Gastarbeiter“, die in der Arbeitergeschichte oft übergangen werden, einen wichtigen Beitrag zur europäischen Identität geleistet. Die Ausstellung zeigt die Rolle der Einwanderer in der Arbeiter- und Sozialgeschichte Deutschlands und Frankreichs in einem neuen Licht. Unterschiedliche Medien kommen zum Einsatz, darunter Texte, Bilddokumente und audiovisuelle Beiträge. Um ein möglichst großes Publikum zu erreichen, ist sie derzeit auf der Homepage des Google Cultural Institute zu sehen und kann später für andere Bildungsinitiativen verwendet werden.

    Weitere Informationen unter www.generiques.org

  • Stadtteilmütter und soziokulturelle Mediatorinnen

    Stadtteilmütter und soziokulturelle Mediatorinnen

    Nach den Unruhen in den Pariser Vorstädten im Jahr 2005, die die Folge gesellschaftlicher Missstände und einer verfehlten Stadtpolitik waren, beschlossen Deutschland und Frankreich, insbesondere Projekte zu fördern, die viele Akteure aus benachteiligten Stadtvierteln zusammenbringen - Jugendliche, soziokulturelle Mediatoren, Polizisten, Lehrer und Politiker. Im Zuge der Debatten zu den Themen Integration, Aus- und Weiterbildung sowie Prävention übernahm das Institut für Migrations- und Sicherheitsstudien (imss) in Deutschland die Koordination eines Austausches zwischen Mediatoren aus Clichy-sous-Bois bei Paris und Neukölln in Berlin.

    Ziel des Projektes „Clichy-sous-Bois trifft Neukölln“ war die Ausarbeitung von konzertierten Integrationsmaßnahmen und Methoden ausgehend von deutschen und französischen Fallbeispielen. Diese Initiative führte 2011 zu einer Begegnung zwischen Mediatorinnen für Sozial- und Familienarbeit: Drei Vereine aus Clichy-sous-Bois (die Nachbarschaftshäuser Orange Bleue und Dhuys sowie ARIFA) trafen sich mit der Diakonie Simeon, die an dem Projekt „Stadtteilmütter in Neukölln“ mitwirkt. Mit Unterstützung des DFJW und des imss tauschten sich die Mediatorinnen über die Erfahrungen von Frauen mit Migrationshintergrund in Clichy-sous-Bois und Neukölln in den Bereichen Bildung und Integration aus.

    Die acht Frauen führten ihren Erfahrungsaustausch über Skype, verglichen ihren Alltag und zeigten kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich auf. Nach diesem ersten virtuellen Dialog erfolgte ein persönlicher Austausch, der die Analyse der Methoden und Strukturen für die Mediationsarbeit in den beiden Ländern zum Thema hatte. Es spielte, wie so oft, die menschliche Dimension eine entscheidende Rolle, weil persönliche Erfahrungen einen gewissen Abstand und einen neuen Einblick in alltägliche Problemstellungen ermöglichten, während gleichzeitig die beruflichen Kenntnisse und Kompetenzen jedes Einzelnen hinterfragt werden konnten. Die vierte Begegnung der Stadtteilmütter und der soziokulturellen Mediatorinnen fand vom 14. bis zum 18. September 2015 in Berlin statt und bot den Frauen Gelegenheit, ihre Zusammenarbeit zu vertiefen.

  • Behinderung und Inklusion

    Behinderung und Inklusion

    Die Fédération nationale des Francas initiierte gemeinsam mit dem Francas-Verband des lothringischen Departements Meurthe-et-Moselle und der deutschen Arbeiterwohlfahrt eine Partnerschaft mit Belgien zum Thema Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen im Alter von 3 bis 18 Jahren in der Freizeit, also außerhalb der Schule.

    Dabei geht es zunächst um die Einrichtung eines Dialogs zwischen Fachpersonal und ehrenamtlichen Helfern in Bezug auf die Betreuung von Kindern und Jugendlichen, deren Bedürfnisse sich von denen ihrer nicht behinderten Altersgenossen unterscheiden, gefolgt von einer Bestandsaufnahme des entsprechenden Angebots in jedem der drei Länder und anschließenden europaweiten Überlegungen zu diesem Thema. Gerade die Grenzregionen können dabei positive Impulse für die europäische Mobilität von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen geben. 

    Am 16. Oktober 2015 fand eine Begegnung der Projektträger statt. Auf dem Programm standen Vorträge, theoretische und praktische Workshops, Sport, Spiele und Sprachanimation. Bei dieser Gelegenheit wurden auch Fragen angesprochen, die sich in den drei Ländern stellen: Gibt es in Europa einen globalen Ansatz für die Inklusion von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen? Haben wir in diesem Bereich ähnliche Vorstellungen? Wie sehen die gesetzlichen Bestimmungen in jedem Land aus? Welche Hindernisse und welche Fördermaßnahmen gibt es? Diese Begegnung soll in Zukunft alle zwei Jahre an wechselnden Orten stattfinden, zum nächsten Mal 2017 in Deutschland oder Belgien.

  • Partizipative Pädagogik für grenzüberschreitendes Verständnis

    Partizipative Pädagogik für grenzüberschreitendes Verständnis

    Der Diskriminierung der Roma in Europa entgegenzuwirken war das Ziel des siebentägigen Treffens „Grenzenlos Freundschaften knüpfen, gemeinsam aktiv werden“ von rund 30 jugendlichen Roma und Nicht-Roma aus Deutschland, Frankreich und Serbien. Roma sind die derzeit meist verfolgte Minderheit in Europa und stehen überall vor ähnlichen Herausforderungen: Ausgrenzung, keine feste Aufenthaltserlaubnis, sozioökonomische Probleme.

    Die aktuelle Situation und ein Blick in die Vergangenheit, vor allem im Migrationszentrum Marseille, bildeten den Schwerpunkt des Treffens: Beim Besuch der Gedenkstätte Saliers und im Gespräch mit Zeitzeugen wurde die Verfolgung der Roma im Südosten Frankreichs während des Zweiten Weltkriegs beleuchtet. Anhand von Erzählungen aus ihrer eigenen Lebenswelt betrachteten die Jugendlichen Diskriminierung in all ihren Facetten – auch der Ausschluss von Frauen oder taubstummen Menschen wurde thematisiert. Mittels Methoden der interkulturellen, partizipativen Pädagogik und täglicher Sprachanimation konnten sie grenzüberschreitendes Verständnis entwickeln, Freundschaften schließen, ihr Selbstbewusstsein stärken und Handlungsstrategien im Umgang mit Diskriminierung erlernen. Tanz-, Theater- und Filmworkshops sensibilisierten nicht nur die Teilnehmer, sondern auch die breite Öffentlichkeit.

    Bei einem internationalen Stadtfest führten die Jugendlichen mit Straßentheater und einem selbstgedrehten Film vor, was sie gemeinsam erarbeitet hatten. Das Projekt knüpfte an ein Treffen an, das bereits 2013 zwischen Jugendlichen der drei Länder in Münster stattgefunden hatte, um die Thematik der Diskriminierung, aber auch die damals entstandenen grenzübergreifenden Freundschaften zu vertiefen. Organisiert wurde es vom DFJW in Zusammenarbeit mit den französischen Romaorganisationen Gitans und Manouches sowie der Journalisteninitiative Balkanbiro e.V.; die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft unterstützte die Begegnung im Rahmen des Projektes Europeans for Peace.

  • Deutsche und französische Jugendliche recyclen gemeinsam

    Deutsche und französische Jugendliche recyclen gemeinsam

    Die Projektidee entstand vor dem Hintergrund der 21. UN-Klimakonferenz, Überkonsum und Ressourcenverschwendung. Der französische Verein Concordia Ile-de-France organisierte zusammen mit IJGD (Internationale Jugendgemeinschaftsdienste) und mit Unterstützung des DFJW vom 20. Juli bis zum 3. August in Paris die deutsch-französische Begegnung Fresque à facette. Jeweils fünf Jugendliche mit besonderem Förderbedarf aus Deutschland und Frankreich trafen sich in dem Pariser Viertel Flandre, das zu den sozial benachteiligten Stadtteilen der Hauptstadt zählt, um aus recycleten Papierabfällen ein großes Origami zu erstellen.

    Hierzu sammelten sie mehrere Tage lang bei den Einwohnern, aber auch in Geschäften, Büros und Vereinen des Viertels weggeworfenes Papier ein; mithilfe eines eigens erstellten Glossars machten sie sich zum Schluss sogar selbstständig auf den Weg. Neben der Entdeckung kultureller Besonderheiten lag beim Einsammeln ein besonderes Augenmerk darauf, auf knappe Ressourcen und Verschwendung aufmerksam zu machen und zur Reflexion anzuregen, welche Konsequenzen Konsum für die Umwelt hat. Anschließend bastelten die Jugendlichen unter fachkundiger Anleitung das Origami – ihr Schaffensprozess wurde fotografisch und filmisch festgehalten von Pariser Jugendlichen aus den Vereinen Clichés Urbains und Le vent se lève.

    Abschließender Höhepunkt der Begegnung war die Vernissage mit Vorstellung der Origami-Freske in der Öffentlichkeit. Alle Besucher, doch auch die jungen Künstler, durften sich zum Schluss einen kleinen Teil des Origamis mitnehmen – das so noch einmal ein neues, drittes Leben anfängt – denn: „Papier wächst auf Bäumen” und ist kostbar.

  • Berlyon – Deutsch-französisches Theater als Chance zum Diskutieren

    Berlyon – Deutsch-französisches Theater als Chance zum Diskutieren

    Ein Theaterprojekt mit 40 Schülern aus Berlin und Lyon (Berlyon), das seine Wurzeln im „Netzwerk Diversität und Partizipation“ hat, drei Vereine und zwei Schulen thematisch unter „Theater@EU“ zusammenzuführen und im Rahmen des „TheaterFestival Junior #2" etwas Schönes auf die Bühne zu stellen – das ist in der Realität genauso kompliziert wie es sich liest. Die Jugendlichen unterschiedlicher sozialer Herkunft und mit verschiedensten Interessengebieten kamen von der Neuköllner Fritz-Karsen-Schule und dem Lyoner Lycée Saint-Just – und nicht nur das: Auch ihre Kenntnisse und Vorstellungen über das Partnerland klafften auseinander, ebenso wie die Sprachniveaus – von fließend bis „hab noch kurz einen Crashkurs für das Projekt gemacht“ traf alles aufeinander. Somit ist es eine besonders große Herausforderung gewesen, innerhalb von zwei kurzen Austauschphasen etwas Bühnentaugliches zu entwickeln; neben Sprachanimation war die Arbeit des künstlerisch-pädagogischen Partners, dem Berliner Verein La Ménagerie e.V (Plattform für französischsprachiges Theater) sehr gefragt. Bereits vor dem Austausch wurden über Befragungen

    der Teilnehmenden Themen und Begriffe gesucht, mit denen die Theaterpädagogen dann gemeinsam mit den Jugendlichen lose Szenen entwickelten, wie z.B. zu „Konflikt“ oder „gegenseitige Hilfe“ – Begriffe, die die Jugendlichen mit Europa verbinden, ein Thema, das Perspektiven auch über das Deutsch-Französische hinaus schafft. Experimentierend und spielend suchten die deutschen und französischen

    Schüler nach ihren gemeinsamen Interessen – und ihrer gemeinsamen Zukunft. Berlyon ist für einen dauerhaften Austausch zwischen den Partnern in Berlin und Lyon angelegt. Es wurde einem Fachpublikum bei der Jahreskonferenz des Netzwerks Diversität und Partizipation vorgestellt, als Teil des Workshops „Europäische Identität und lokale Partizipation“ sowie beim Fachtag „Jugend beteiligen. International.“ Lehrerinnen, die bei Berlyon mitmitmachten, brachten ihre Erfahrungen bei der Fachtagung „Non-formale Bildung, ein brandaktuelles Thema: Chance oder Herausforderung für die Jugendarbeit“ vom 14. bis zum 16. Oktober in Lyon ein. Das Projekt wird getragen von Clever – internationale Bildung e.V., La Ménagerie e.V. (Plattform für französischsprachiges Theater in Berlin) und Plattform (Verein für deutsch-französische Kunst, Lyon).

  • Bilder sprechen lassen

    Bilder sprechen lassen

    Vom 30. August bis zum 10. September fand in Salm (Elsass) ein vom DFJW unterstütztes und von der aej (Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland e. V.), YMCA France und YMCA Ukraine organisiertes Projekt „Bilder im Dienst der Diversität und Demokratie” statt. Die 21 jugendlichen Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich und der Ukraine waren zwar unterschiedlichster sozialer Herkunft (Studierende, Freiwilligendienstleistende, Jugendliche mit besonderem Förderbedarf) hatten jedoch eines gemeinsam: Sie alle sind politisch engagiert. Ein Ziel des Projekts war, die Jugendlichen dafür zu sensibilisieren, dass sie trotz kultureller Unterschiede und verschiedener Demokratieformen in ihren Ländern mit den gleichen Problemen konfrontiert sind: Arbeitslosigkeit, Prekarität, nachhaltige Entwicklung, eingeschränkte Meinungsfreiheit, mangelndes europäisches Bewusstsein, zunehmende populistische Tendenzen. Deshalb setzten sie sich in Gruppendiskussion mit Fragen wie „Wie funktioniert die Demokratie in meinem Heimatland?”, „Welche Formen kann Demokratie in Europa annehmen?” und vor allem „Wie kann man trotz kultureller, sozialer, historischer und politischer Unterschiede gemeinsam einen Lösungsansatz finden?” auseinander. Abschließend erörterten sie zwei Tage lang diese Fragen in Straßburg mit 40 Jugendlichen aus England, Rumänien und Spanien. Parallel wurde an der Erarbeitung einer Fotoausstellung gearbeitet. Deshalb brachten die Teilnehmer Bilder mit, die für sie das europäische Bewusstsein verkörpern. In Ateliers, in denen zusätzlich von Teamern mitgebrachte aktuelle sowie historisch bedeutsame Bilder vorlagen und als Grundlage für die Diskussionen dienten, wurde eine Endauswahl getroffen. Die Ausstellung geht nach der Vernissage in der europäischen Hauptstadt auf Reise durch die Heimatländer der Teilnehmer. Sie soll die Betrachter dazu einladen, über die Identität Europas nachzudenken. Die Teilnehmer – und das war das Hauptziel der Begegnung, sind aufgefordert, als Multiplikatoren in ihren Heimatländern zu wirken, um ihre Erfahrungen an Jugendliche mit besonderem Förderbedarf weiterzugeben, neue Projekte anzustoßen oder zu organisieren.