Herr Bundeskanzler, Herr Minister, Meine Herren Präsidenten, Meine Damen und Herren, 
die politische Tragweite und die besondere Bedeutung der Vereinbarung, die uns heute hier zusammenführt, haben den Bundeskanzler und mich veranlasst, Ihnen dieses Projekt gemeinsam vorzustellen. 

Ein entscheidender Schritt bei der Integration der europäischen zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrtindustrie wird mit der Zusammenlegung von Aérospatiale-Matra und DASA vollzogen. Ich freue mich über diesen Vorstoß, der sich in den politischen Rahmen einfügt, der mit der Erklärung der Staats- und Regierungschefs am 9. Dezember 1997 abgesteckt wurde. 

Da nun die europäische Integration in vielen Bereichen voranschreitet - Beschäftigung, Euro, Außenpolitik, Sicherheit -, war es nicht möglich, dass die Industrien so strategisch wichtiger und dem weltweiten Wettbewerb ausgesetzter Bereiche wie die Luftfahrt und die Verteidigung geteilt bleiben. 

Der französische Staat und die Lagardère-Gruppe auf der einen sowie Daimler-Chrysler auf der anderen Seite haben ein Industrieprojekt ausgearbeitet, das auf die Zusammenlegung aller ihrer zivilen und militärischen Luft- und Raumfahrtaktivitäten ausgelegt ist. Dadurch wird es möglich, alle französischen und deutschen Kompetenzen in den Bereichen zivile und militärische Luft- und Raumfahrt, Hubschrauber, Raketen, Raumfahrtträger und Satelliten, unter einem Dach zusammenzufassen. 

Angesichts der Bildung riesiger internationaler und besonders amerikanischer Gruppen, war es wesentlich, die europäischen Kräfte zu bündeln. Unsere beiden Regierungen haben immer wieder ihren politischen Willen unter Beweis gestellt und jederzeit die Initiativen unserer Unternehmer unterstützt, um einen Weg zu einer ausgewogenen europäischen Integration zu finden. Daher ist der heutige Erfolg auch Ausdruck der unersetzlichen Rolle, die die deutsch-französische Zusammenarbeit als Motor für den Aufbau Europas spielt. 

Aérospatiale-Matra und Dasa gestalten ihre Zusammenlegung paritätisch. Die Fusion, die Ihnen die Herren Schrempp und Lagardère für die privaten Anteilseigner und Minister Strauss-Kahn für den staatlichen Anteilseigner darlegen werden, zeigt, was Europa bringt, wenn es seine Kräfte zu bündeln weiß. Das neue Unternehmen wird das drittgrößte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt und das größte Europas sein. Auf der Basis einer stabilen und fest in Europa verankerten Anteilseignerschaft wird es über die erforderlichen Mittel verfügen, um eine anspruchsvolle Industriestrategie fortzuführen, die auf die Schaffung von Arbeitsplätzen ausgerichtet ist. Ich denke dabei besonders an den Ausbau des Airbus-Konsortiums, das so einen neuen Schwung erhalten kann, um die Herausforderungen von morgen anzunehmen. 

Auch kann das neue Unternehmen, das die nationalen Interessen und das allgemeine europäische Interesse berücksichtigt, die Zusammenlegung mit seinen Partnern in der Union erleichtern, die wir einladen, möglichst bald diesem Schritt zu folgen. Er geschieht ganz im Sinne einer entstehenden europäischen Verteidigungspolitik. Ich habe selbstverständlich mit dem Staatspräsidenten darüber gesprochen, der ebenfalls über den Vertrag erfreut ist. 

Ich grüße all diejenigen, die es verstanden haben, durch dieses Industrieprojekt ein großes Ziel zu verwirklichen. Ich wünsche allen Arbeitnehmern der neuen Gruppe viel Erfolg. Ich weiß, dass dieser Konzern ein mächtiges Instrument beim Aufbau eines starken und solidarischen Europa sein wird, das seine Zukunft fest im Griff hat. 

Der französische Botschafter in Bosnien-Herzegowina, Yves Gaudeul, und die Leiterin des Büros in Banja Luka der deutschen Botschaft in Bosnien-Herzegowina, Ingrid Baudoin, haben heute offiziell die Eröffnung des Büros der Botschaften von Frankreich und Deutschland in Banja Luka bekanntgegeben.

Mit der Eröffnung dieses Büros kommt die Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern in dieser Region einen großen Schritt voran. Beschlossen wurde die Anmietung gemeinsamer Räume und die gemeinsame Nutzung der Einrichtungen.

Die Initiative ist im Zusammenhang mit der gemeinsamen Erklärung des französischen und des deutschen Außenministers vom 3. Juli 1997 zu sehen, in der die Leitlinien für eine Stärkung der deutsch-französischen Beziehung und der Zusammenarbeit zwischen den beiden Ministerien festgelegt wurden. Diese Grundsätze wurden bei den deutsch-französischen Konsultationen in Potsdam erneut bekräftigt. 

Die Ziele, die sowohl Frankreich als auch Deutschland in Bosnien-Herzegowina schwerpunktmäßig verfolgen, sind die Aussöhnung zwischen den Bevölkerungsgruppen in einem durch die Kriegsjahre zutiefst geteilten Land, der Wiederaufbau, die Demokratisierung und die Rückkehr der Flüchtlinge und der Vertriebenen in ihre Heimatregion. 

Im Hinblick darauf wird die gemeinsame Nutzung der Einrichtungen gemeinsame Initiativen und Aktionen fördern. 

Vorschau Deutsch-Französisches Jugendlager

Offizielle Erklärungen

Die offiziellen Erklärungen der deutsch-französischen Zusammenarbeit versammeln zentrale politische Stellungnahmen, Gipfelerklärungen und gemeinsame Initiativen beider Länder. Im Kontext des Deutsch-Französisches Jugendwerk spiegeln sie die konkrete Ausgestaltung der bilateralen Beziehungen wider und verdeutlichen die politischen Impulse, die den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen jungen Menschen in Deutschland und Frankreich begleiten und prägen.