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Kurzbeschreibung des Projekts

Die Bewegung um Fridays for Future verdeutlicht, wie wichtig der Umweltschutz und eine nachhaltige Ausrichtung des eigenen Lebens für junge Menschen weltweit geworden sind. Auch die aktuelle SINUSStudie zeigt, dass Klimaschutz das Thema ist, für das sich Jugendliche engagieren würden. Gleichzeitig ist aus den Erkenntnissen der Zugangsstudie abzuleiten, dass junge Menschen häufig nicht am Jugendaustausch teilnehmen, weil existierende Formate nicht zu ihren Interessen passen. Deshalb ist davon auszugehen, dass eine umweltbewusste Ausgestaltung von Begegnungsmaßnahmen, die Motivation zur Teilnahme positiv beeinflussen kann.


In diesem Projekt werden Jugendliche in die Lage versetzt ihren Anspruch an einen „grüneren“ Jugendaustausch (Reisebedingungen, Unterbringung, inhaltliche Ausrichtung, Verpflegung etc.) zu formulieren und konkrete Formatbeispiele zu entwickeln. Mit Fördermitteln des DFJW wird eine digitale Jugendbeteiligungswerkstatt durchgeführt, um Kriterien des Umwelt- und Klimaschutzes auf die Rahmenbedingungen von Jugendaustausch anzuwenden. Gleichzeitig werden inhaltliche Schwerpunkte aufgegriffen, beispielsweise zur Förderung des Umweltbewusstseins oder zum Engagement im Einsatz für Klimaschutz.


Zielgruppe der Jugendwerkstätten sind bis zu 20 junge Menschen aus Deutschland und Frankreich, die sich für das Thema einsetzen möchten. Verstärkt werden engagierte Jugendliche aus lokalen Klimaschutzgruppierungen angesprochen, um ihre Ideen und Perspektiven einzubinden. Die Werkstatt wird von unseren Forschungspartnern (Sebastian Zick und Sandra Petersen) wissenschaftlich begleitet, um einen möglichst umfangreichen Erkenntnisgewinn zu erzielen. Aufgrund dieser Impulse erzielt das Vorhaben einen Mehrwert für das Arbeitsfeld, der bisher nicht erhoben ist und mit unterschiedlichen Aktivitäten und Netzwerken, insbesondere auf internationaler Ebene, in Verbindung gesetzt werden kann. Eine Verbreitung des Ansatzes wird durch eine ausführliche Projektdokumentation ermöglicht.

 

Projektziele

• Das Projekt leistet einen Beitrag für eine umweltbewusste Gestaltung des deutsch-französischen
Jugendaustauschs.

• Das Projekt sammelt Impulse, um die Formate des deutsch-französischen Jugendaustauschs in
Zukunft auch für bisher nicht erreichte Zielgruppen attraktiver zu gestalten.

• Die teilnehmenden jungen Menschen sammeln Erfahrungen von Selbstwirksamkeit durch die
Methode der Partizipation und die internationale Kooperation.

• Die teilnehmenden Jugendlichen stärken ihre digitalen Kompetenzen.

• Die wissenschaftlichen Erkenntnisse leisten einen Beitrag zu einer insgesamt nachhaltigeren
Ausrichtung des internationalen Jugend- und Schüleraustauschs.

 

Geplante Aktivitäten und Methoden

Im Projekt stehen Methoden der (digitalen) Jugendbeteiligung im Vordergrund. Die eigentliche Jugendbeteiligungswerkstatt sieht die Methode der Zukunftswerkstatt vor, um die kritischen Aspekte zu identifizieren (Kritik-), eine Idealvorstellung des Jugendaustauschs zu entwickeln (Utopie-) und zuletzt eine realistische Idee eines konkreten Formats aufzustellen (Realisierungsphase). Die teilnehmenden Jugendlichen sind im gesamten Projektverlauf eingebunden und gestalten die einzelnen Projektschritte partizipativ mit.

 

Mitglieder der Forschungsgruppe

Sebastian Zick ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Europa-Universität Flensburg. Er forscht zu Imperativen und Narrativen von (Bildungs-)Mobilität und Europäisierungsprozessen in der Erwachsenenbildung.

Sandra Petersen, M.A. ist wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Rostock am Institut für Betriebswirtschaftslehre. Sie forscht u.a. zu Internationalisierung beruflicher Bildung und beruflicher Mobilität.

Alban Roblez, Doktorand in Erziehungswissenschaften, ist Mitglied des Forschungslabors EXPERICE an der Universität Sorbonne Paris Nord. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Evaluation von Erwachsenenbildung aus einer phänomenologischen Perspektive in der Bildungsphilosophie.