Albanien setzt seinen Weg in die Europäische Union fort. Seit mehreren Wochen mobilisieren sich dort große Bürgerbewegungen, die insbesondere von jungen Menschen getragen werden. In diesem Kontext trafen sich Fachkräfte der Jugendarbeit, Verantwortliche von Vereinen, Pädagog:innen, Ausbilder:innen sowie Akteur:innen des internationalen Jugendaustauschs aus Deutschland, Frankreich, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien in der albanischen Hauptstadt.
Das Netzwerktreffen wurde im Rahmen der Südosteuropa-Initiative des DFJW durch seine Regionalbeauftragte beim Vereine Peuple et Culture (Frankreich) sowie Partnern der Vereine Interkulturelles Netzwerk (Deutschland) und RIAS (Albanien) organisiert. Rund 20 Fachkräfte diskutierten über die Frage, wie ein solidarischeres, demokratischeres und inklusiveres Europa gestaltet werden könne.
In den Gesprächen spielte die aktuelle Situation in Albanien eine besonders große Rolle. Viele junge Menschen in Albanien engagieren sich für den Umweltschutz, die Bewahrung natürlicher Lebensräume und fordern eine stärkere Bürgerbeteiligung ein. Diese Generation möchte mitentscheiden und ihre Zukunft aktiv mitgestalten. In den Diskussionen betonten die Teilnehmenden, dass diese Bestrebungen weit über die Grenzen Albaniens hinaus Gehör fänden.
Bei Workshops und Erfahrungsaustauschen zu Best-Practice-Projekten befassten sich die Fachkräfte und Multiplikator:innen mit den Herausforderungen, vor denen Jugendorganisationen heute stehen: gesellschaftliche Polarisierung, demokratisches Engagement, mentale Gesundheit, ökologische Transformation sowie der Zugang zu internationaler Mobilität. Diese Anliegen teilen junge Europäer:innen weitestgehend über Ländergrenzen hinaus.
Während die Europäische Union ihre Annäherung an die Länder Südosteuropas fortsetzt, erinnerten die Teilnehmenden daran, dass europäische Integration über die institutionelle Ebene hinausgeht. Sie entsteht durch Begegnungen, Zusammenarbeit und dauerhafte Beziehungen.
Das Netzwerktreffen reiht sich in die Erklärung von Sarajevo, die 2025 anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Südosteuropa-Initiative verabschiedet wurde, ein. Unter dem Motto „Eine geeinte Jugend für eine gemeinsame Zukunft“ ruft sie zur Schaffung eines europäischen Raums für junge Menschen auf, der auf Gegenseitigkeit, Inklusion und Solidarität basiert.
In Tirana bekräftigten die Teilnehmenden diese Idee. Sie hoben auch den seit mehr als 25 Jahren verfolgten pädagogischen Ansatz hervor: Interkulturelle Begegnungen sind Räume demokratischen Lernens, in denen Zuhören, Zusammenarbeit und gegenseitiges Verständnis die Grundlagen einer europäischen Bürgerschaft darstellen.
Das DFJW dankt allen Teilnehmenden, Vereinen und Gästen für die Diskussionen und die bereichernden Beiträge, darunter S. E. Karl Bergner, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, I. E. Catherine Suard, Botschafterin der Republik Frankreich, Dafina Peci, Exekutivdirektorin des Kongresi Rinor Kombëtar Albanien, Alketa Kuka, Leiterin des Goethe-Zentrums Tirana, Odeta Barbullushi, Gastprofessorin am College of Europe in Tirana, und Evis Myftari als Büroleitung des Regional Youth Cooperation Office in Tirana sowie den Vertreter:innen der Jungen Südosteuropa-Gesellschaft (Deutschland), Opens Youth Alliance (Serbien) und NUV Optimisti (Montenegro).