Als Beweis dafür haben sich die Schüler:innen des Fichte-Gymnasiums in Karlsruhe und des Lycée Jean Henri Lambert aus Mulhouse etwas Besonderes einfallen lassen.
Seit vielen Jahren pflegen diese Schulen eine Partnerschaft. Auch 2026 gab es mit verschiedenen Klassen Drittortbegegnungen in Marseille und München. Zunächst reisten die Gruppen zur Partnerschule und verbrachten eine Nacht in Gastfamilien. Anschließend ging es gemeinsam weiter zum Drittort.
Um ihre Erinnerungen zu verewigen, schrieben sie Gedichte. Genauer gesagt Alexandriner – ein zwölfsilbiges französisches Versmaß – über ihre Zeit in München und Marseille.
Da sich Gedichte nur schwer in andere Sprachen übersetzen lassen, folgt die französische Originalfassung. Aber zum besseren Verständnis gibt es zunächst eine Zusammenfassung der Zeit in Marseille und München.
Leben und Kultur in Marseille
Vom Vieux-Port bis zum Mucem, von der „Cité radieuse“ von Le Corbusier bis zur Cosquer-Höhle: Vom 12. bis 16. Januar 2026 entdeckten die Jugendlichen die unterschiedlichen Facetten von Marseille. Bei einem Workshop zur Seifenherstellung und einer Street-Art-Führung lernten sie die Stadt einmal ganz anders kennen. Bowling und Kinobesuche trugen ebenfalls zu einer geselligen Atmosphäre bei und stärkten die Beziehungen zwischen beiden Gruppen.
Doch das Wesentliche des Austauschs lag im gegenseitigen Austausch: Während der Fahrten, der Aktivitäten und in der Freizeit wechselten die Schüler:innen ganz selbstverständlich zwischen Französisch und Deutsch hin und her. Sie halfen sich gegenseitig und tauschten ihre Erfahrungen aus. Eine schöne Gelegenheit, Fortschritte in der Sprache des Partners zu machen, eine andere Kultur kennenzulernen und gleichzeitig einige Vorurteile abzubauen.
Dank des „Sprachbades“ konnten sie neue Kenntnisse mit nach Hause nehmen, sich in der Sprache des Partnerlandes sicherer fühlen und vor allem viele deutsch-französische Erinnerungen sammeln.
München hat viel zu bieten
Zwischen Kunst, Technik, Geschichte und Filmproduktion: Vom 9. bis 13. Februar 2026 lernten die Schüler:innen die Stadt München aus unterschiedlichen Perspektiven kennen. Auf dem Programm standen unter anderem die Alte Pinakothek, das Deutsche Museum und die Bavaria Filmstudios. Auch der Besuch eine Bäckerei und ein Escape Game boten Gelegenheit für Sprachanlässe im authentischen Kontext.
Ein besonderer Schwerpunkt bildete die Auseinandersetzung mit der Geschichte. Beim Besuch der Gedenkstätte Dachau und des NS-Dokumentationszentrums setzten sich die Jugendlichen mit Erinnerungskultur, Verantwortung und Menschenrechten auseinander. Die Eindrücke dieser Besuche wurden auch untereinander aufgegriffen und gemeinsam reflektiert.
Bei Mahlzeiten, auf den Wegen durch die Stadt und in der Freizeit entstanden spontan deutsch-französische Gruppen. Die Schüler:innen unterstützten sich gegenseitig bei der Orientierung und ermutigten einander, die Sprache des Partnerlandes zu verwenden.
So wurde München nicht nur zum gemeinsamen Reiseziel, sondern auch zum Ort intensiver Begegnungen, neuer Freundschaften und bleibender Erinnerungen. Viele der neu geknüpften Kontakte bestehen auch nach dem Austausch weiter – und die Vorfreude auf das Wiedersehen ist groß!
Nous aimons Marseille, les échanges et l'OFAJ
De Karlsruhe en janvier, sous un ciel gris et lourd,
Nos jeunes voyageurs se mirent en route, en tour.
Le train, par Bâle allant, vers Mulhouse les guida,
Où l'accueil chaleureux leur douce nuit berça.
L'aube à peine levée, leurs regards étincelaient,
Bien que le sommeil fût encore leur invité.
Sur le quai frémissant, un frisson d'allégresse
Unissait deux lycées en commune jeunesse.
Le TGV rugit, et vers le Sud en flamme,
Porta leur grand espoir, l’ivresse dans leur âme.
Quand Marseille apparut sous un soleil vainqueur,
Ils furent éblouis par tant de vive ardeur.
Déposant leurs effets en un hôtel modeste,
Ils goûtèrent enfin à un repos céleste.
Mais déjà le vieux port, sous l’astre rougeoyant,
Leur offrit son éclat en reflet ondoyant.
Le soir venu, rieurs, dans l’écho des parties,
Les jeux de société unirent leurs esprits.
Puis, dans l’aube limpide et le jour renaissait,
La Cité radieuse les vits émerveillés.
Le savon parfumé, dans leurs mains façonné,
Portait l’odeur du temps, des gestes répétés.
Le bowling, plus tard, dans sa folle cadence,
Fit du professeur la risible évidence.
Mercredi fut un chant des âges révolus,
Du fond des temps obscurs aux ports aux flots battus.
Dans l’histoire vibrante et le savoir humain,
Le MUCEM dévoila mille secrets lointains.
Le film du soir, intense, en âmes suspendues,
Peignit des horizons, fit naître des vertus.
Puis vint le jeu d’énigmes, aux esprits aiguisés,
Les enfermant d’un mur, qu’ils surent surmonter.
Les graffitis chantèrent un Marseille caché,
Où les murs, messagers, avaient tant à conter.
Mais déjà le départ, dans un regret amer,
Leur rappela qu’ici finit leur doux hiver.
Oh! Que ne fût permis qu’ils y restassent encor,
Que la mer les gardât, les tenant loin du Nord!
Mais la promesse est là, dans l’écho du passé :
Ils reviendront un jour, en rêve enlacés.
Tous cela encore une fois à l’OFAJ,
À laquelle comme maintes fois, nous rendons toujours hommage !!!
Klassen: seconde Abibac und première
Blog "Die Jugend hat das Wort"
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