Integration und Chancengleichheit

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Stand au Forum des sciences franco-allemand 2009
© Photo OFAJ/DFJW

Ziele für 2010-2012

1. Bereits existierende Programme in allen Referaten erfassen, systematisieren und aufwerten
2. Identifizieren potentieller neuer Partner im Bereich „Integration und Chancengleichheit“, Ausbau der Netzwerke
3. Austauschprojekte mit klar definierten Zielgruppen durchführen

Wichtigste Maßnahmen 

1. Bereits existierende Programme in allen Referaten erfassen, systematisieren und aufwerten

a) Benennung einer Ansprechperson in jedem Referat

b) Evaluation der Programme (mit dem Ziel der Entscheidung über Fortführung oder Einstellung)

c) Darstellung des Themenschwerpunkts und der engagierten Partner an prominenter Stelle der DFJW-Homepage

Erfolgsindikatoren

a) Bewusstsein einer referatsübergreifenden Zusammengehörigkeit im Bereich „Integration und Chancengleichheit“

b) Anzahl der Besuche auf der Homepage

2. Identifizieren potentieller neuer Partner im Bereich „Integration und Chancengleichheit“, Ausbau der Netzwerke

a) Organisation einer deutsch-französische Partnerbörse

b) Identifizieren von Zielgruppen, die noch nicht genügend angesprochen wurden (junge Menschen in Brennpunkten, junge Menschen mit Behinderungen)

c) Stärkung der Partnerschaften mit Unternehmen, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderem Förderbedarf den Berufseinstieg zu erleichtern

Erfolgsindikatoren

a) Anstieg der Partner, mit denen deutsch-französischer Austausch durchgeführt wird

b) Anstieg der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus diesen Bereichen

c) Anzahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denen der Berufseinstieg erleichtert wurde

3. Austauschmaßnahmen mit klar definierten Zielgruppen durchführen

a) Aufbau von Partnerschaften mit Vereinen und Akteuren vor Ort

b) Austausch von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, Polizisten, Streetworkern, etc.

c) Durchführen von Themenreisen für Politiker und Journalisten

Erfolgsindikatoren

a) Anzahl der Partnerschaften

b) Anzahl der ausgetauschten Fachkräfte

c) Medienecho

Das DFJW führt das ganze Jahr über Projekte mit klar definierten Zielgruppen (junge Menschen aus marginalisierten Quartieren, junge Menschen mit Behinderungen) durch, wie zum Beispiel: 

  • Aufbau von Partnerschaften mit Vereinen und Akteuren in Deutschland und Frankreich 
  • Unterstützung von Austauschprogrammen zwischen Akteuren : Fachkräfte für Kinder- und Jugendhilfe, Polizistinnen und Polizisten, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter, etc. 
  • Durchführung einer Themenreise für Politikerinnen und Politiker sowie Journalistinnen und Journalisten. Im November 2009 konnten deutsche und französische Journalistinnen und Journalisten in benachteiligte Sozialräume in Seine-Saint-Denis bei Paris reisen, um vier Jahre nach den Aufständen von 2005 die Lage vor Ort betrachten zu können. Im April 2011 ist eine Delegation aus Clichy-sous-Bois nach Neukölln gekommen.

  • Aufbau des Netzwerks „Integration und Chancengleichheit fördern“

Im Jahr 2006 gründeten das DFJW und die Stiftung Genshagen (Berlin/Brandenburgisches Institut für deutsch-französische Zusammenarbeit in Europa) das Netzwerk „Integration und Chancengleichheit fördern – ein deutsch-französisches Netzwerk zum Austausch von beispielhaften Initiativen auf regionaler und lokaler Ebene“. Einmal pro Jahr trifft sich das Netzwerk entweder in Paris Ile-de-France oder im Schloss Genshagen, um sich über das Thema Integration auszutauschen.

Im Netzwerk sind verschiedene deutsche und französische Vereine mit kultureller sowie sozialer Aufgabenstellung vertreten, unter anderem die Missions Locales de Taverny, des Bords de Marne und de Gennevilliers, la maison de l’Europe des Yvelines oder auch der Verein AASCO auf französischer Seite, und das Centre français de Berlin, die Vereine Streetdance Connection, Kreisjugendring Köpenick e.V., Respekt e.V., Mädchen-Kultur-Treff Dünja ou Bapob e.V. auf deutscher Seite. Das Ziel des Netzwerkes ist einerseits, wissenschaftliche Ansätze zum Thema Integration und Chancengleichheit auszutauschen, andererseits soll eine Plattform geschaffen werden, auf deren Basis die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aufgebaut werden kann. Das Netzwerk gibt den Akteuren dieses Bereichs die Möglichkeit, sich über konkrete Projekte auszutauschen, an einer interkulturellen Schulung teilzunehmen sowie binationale Projekte aufzubauen, welche den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Frankreich voranbringen sollen. Seit der Gründung wurden mehr als 40 Projekte durchgeführt, an denen über 700 Jugendliche teilgenommen haben.

Diese Projekte sind seit 2010 Teil einer wissenschaftlichen Studie, die von einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Universität Metz und der Fachhochschule Köln durchgeführt wird. Sie untersuchen die Auswirkungen, die derartige Austauschprogramme auf den beruflichen Werdegang der teilnehmenden Jugendlichen haben können und inwiefern solche Erfahrungen ihnen bei der Jobsuche hilfreich sind.

Demselben Modell folgend wird demnächst ein Netzwerk zwischen Hamburg und Marseille aufgebaut.

Das 5. Treffen des Netzwerks hat vom 27. bis zum 29. Juni 2010 im Schloß-Genshagen in Brandenburg stattgefunden. Bei den Workshops haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich über soziale Integration von Jugendlichen, Armut, Mobilität, die Darstellung der Jugendliche in den Medien sowie die Durchführung von Projekte mit Jugendlichen mit erhöhten Förderbedarf ausgetauscht.

Dieses Jahr findet das Treffen des Netzwerkes von dem 30. Juni bis zum 3. Juli 2011 in Paris-Ile de France. Genauere Informationen nächstens online!

Nähere Infos: www.integration-netzwerk.com

  • Projekt Clichy-sous-Bois/Berlin Neukölln

Das DFJW hat mit seinen Partnern – dem Institut für Migration und Sicherheitsstudien (IMSS), dem Pariser Vorort Clichy-sous-Bois und dem Berliner Bezirk Neukölln – ein dreijähriges Modellprojekt (2010 bis 2012) zwischen den als problematisch geltenden Sozialräumen zur Förderung der Integration und Chancengleichheit benachteiligter Jugendlicher ins Leben gerufen.

Der Austausch findet auf mehreren Ebenen statt: zwischen Institutionen, Berufstätigen und Jugendlichen. Anlässlich einer Begegnung im Frühjahr 2010 empfing Clichy-sous-Bois eine deutsche Delegation bestehend aus Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker, Lehrerinnen und Lehrern, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, Polizistinnen und Polizisten und weiteren Fachkräften. Der Austausch mit ihren französischen Kolleginnen und Kollegen über Ausbildungsfragen, Staatsbürgerschaft, Chancengleichheit und Prävention war für alle eine bereichernde Erfahrung.

Bei diesem Austausch ist ebenfalls ein Theaterprojekt  entstanden. Schülerinnen und Schüler der Albrecht-Dürer-Oberschule und des Lycée Alfred Nobel haben zusammen das Theaterstück von Yasmina Reza „Drei Mal Leben“ bearbeitet und es mit zwei selbstgeschriebenen Versionen aus Clichy-sous-Bois und Neukölln bereichert, sodass das Stück jetzt „Fünf Mal Leben“ heißt. Es handelt sich um ein zweisprachiges Projekt, da die deutschen Schülerinnen und Schüler das Theaterstück auf Französisch vorgeführt haben und die Französinnen und Franzosen auf Deutsch.

Nachdem sich die Schülerinnen und Schüler zwei Mal getroffen haben und gemeinsam das Theaterstück 2010 erfolgreich  in Clichy-sous-Bois in der Anwesenheit von Yasmina Reza aufgeführt haben, sind die Französinnen und Franzosen vom 30. März bis zum 3. April 2011 zurück nach Neukölln gekommen. Die Jugendliche haben „Fünf Mal Leben“, u. A. in der Anwesenheit von Jeannette Bougrab, französische Staatssekretärin für Jugend und Vereinswesen, dem deutschen Publikum präsentiert.

Sie wurden von einer Delegation von Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitikern, Fachkräften für Kinder- und Jugendhilfe sowie Polizistinnen und Polizisten aus Clichy-sous-Bois begleitet. Die Fachkräfte konnten mit ihren deutschen Amtskolleginnen und Amtskollegen Erfahrungen austauschen und deutsch-französische Projekte zur Förderung der Integration und Chancengleichheit entwickeln.

Gleichzeitig wurde die Fotoausstellung „Clichy ohne Klischees“, die von Menschlichkeit und der Vielfalt der Kulturen erzählt, im Rathaus Neukölln eröffnet.

Auch die Fortführung des Projektes ist gesichert. Für nächstes Jahr arbeiten bereits zwei neue Klassen aus Neukölln und Clichy-sous-Bois an Yasmina Rezas Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“.

Kontakt:
Borris Diederichs
030 288 757-71
diederichs@dfjw.org

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