1. Bereits existierende Programme in allen Referaten erfassen, systematisieren und aufwerten
2. Identifizieren potentieller neuer Partner im Bereich „Integration und Chancengleichheit“, Ausbau der Netzwerke
3. Austauschprojekte mit klar definierten Zielgruppen durchführen
1. Bereits existierende Programme in allen Referaten erfassen, systematisieren und aufwerten
a) Benennung einer Ansprechperson in jedem Referat
b) Evaluation der Programme (mit dem Ziel der Entscheidung über Fortführung oder Einstellung)
c) Darstellung des Themenschwerpunkts und der engagierten Partner an prominenter Stelle der DFJW-Homepage
Erfolgsindikatoren
a) Bewusstsein einer referatsübergreifenden Zusammengehörigkeit im Bereich „Integration und Chancengleichheit“
b) Anzahl der Besuche auf der Homepage
2. Identifizieren potentieller neuer Partner im Bereich „Integration und Chancengleichheit“, Ausbau der Netzwerke
a) Organisation einer deutsch-französische Partnerbörse
b) Identifizieren von Zielgruppen, die noch nicht genügend angesprochen wurden (junge Menschen in Brennpunkten, junge Menschen mit Behinderungen)
c) Stärkung der Partnerschaften mit Unternehmen, um Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit besonderem Förderbedarf den Berufseinstieg zu erleichtern
Erfolgsindikatoren
a) Anstieg der Partner, mit denen deutsch-französischer Austausch durchgeführt wird
b) Anstieg der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus diesen Bereichen
c) Anzahl der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, denen der Berufseinstieg erleichtert wurde
3. Austauschmaßnahmen mit klar definierten Zielgruppen durchführen
a) Aufbau von Partnerschaften mit Vereinen und Akteuren vor Ort
b) Austausch von Fachkräften der Kinder- und Jugendhilfe, Polizisten, Streetworkern, etc.
c) Durchführen von Themenreisen für Politiker und Journalisten
Erfolgsindikatoren
a) Anzahl der Partnerschaften
b) Anzahl der ausgetauschten Fachkräfte
c) Medienecho
Das DFJW führt das ganze Jahr über Projekte mit klar
definierten Zielgruppen (junge Menschen aus marginalisierten Quartieren, junge
Menschen mit Behinderungen) durch, wie zum Beispiel:
- Aufbau von Partnerschaften mit Vereinen und Akteuren in Deutschland und
Frankreich
- Unterstützung von Austauschprogrammen zwischen Akteuren :
Fachkräfte für Kinder- und Jugendhilfe, Polizistinnen und Polizisten, Sozialarbeiterinnen
und Sozialarbeiter, etc.
- Durchführung einer Themenreise für Politikerinnen und Politiker sowie
Journalistinnen und Journalisten. Im November 2009 konnten deutsche und
französische Journalistinnen und Journalisten in benachteiligte Sozialräume
in Seine-Saint-Denis bei Paris reisen, um vier Jahre nach den Aufständen
von 2005 die Lage vor Ort betrachten zu können. Im April 2011 ist eine
Delegation aus Clichy-sous-Bois nach Neukölln gekommen.
- Aufbau des Netzwerks „Integration und Chancengleichheit fördern“
Im Jahr 2006 gründeten
das DFJW und die Stiftung Genshagen (Berlin/Brandenburgisches Institut für
deutsch-französische Zusammenarbeit in Europa) das Netzwerk „Integration und
Chancengleichheit fördern – ein deutsch-französisches Netzwerk zum Austausch
von beispielhaften Initiativen auf regionaler und lokaler Ebene“. Einmal pro Jahr trifft sich das
Netzwerk entweder in Paris Ile-de-France oder im Schloss Genshagen, um sich über
das Thema Integration auszutauschen.
Im Netzwerk sind verschiedene deutsche und
französische Vereine mit kultureller sowie sozialer Aufgabenstellung vertreten,
unter anderem die Missions Locales de Taverny, des Bords de Marne und de
Gennevilliers, la maison de l’Europe des Yvelines oder auch der Verein AASCO auf
französischer Seite, und das Centre français de Berlin, die Vereine Streetdance
Connection, Kreisjugendring Köpenick e.V., Respekt e.V.,
Mädchen-Kultur-Treff Dünja ou Bapob e.V. auf deutscher Seite. Das Ziel des Netzwerkes ist
einerseits, wissenschaftliche Ansätze zum Thema Integration und
Chancengleichheit auszutauschen, andererseits soll eine Plattform geschaffen
werden, auf deren Basis die Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen
aufgebaut werden kann. Das Netzwerk gibt den Akteuren dieses Bereichs die
Möglichkeit, sich über konkrete Projekte auszutauschen, an einer
interkulturellen Schulung teilzunehmen sowie binationale Projekte aufzubauen,
welche den Jugendaustausch zwischen Deutschland und Frankreich voranbringen
sollen. Seit der Gründung wurden mehr als 40 Projekte durchgeführt, an denen
über 700 Jugendliche teilgenommen haben.
Diese Projekte sind seit 2010 Teil einer
wissenschaftlichen Studie, die von einer Gruppe von Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftlern der Universität Metz und der Fachhochschule Köln durchgeführt
wird. Sie untersuchen die Auswirkungen, die derartige Austauschprogramme auf
den beruflichen Werdegang der teilnehmenden Jugendlichen haben können und
inwiefern solche Erfahrungen ihnen bei der Jobsuche hilfreich sind.
Demselben Modell folgend wird demnächst ein Netzwerk
zwischen Hamburg und Marseille aufgebaut.
Das 5. Treffen des Netzwerks hat vom 27. bis zum 29. Juni
2010 im Schloß-Genshagen in Brandenburg stattgefunden. Bei den Workshops haben
die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich über soziale Integration von
Jugendlichen, Armut, Mobilität, die Darstellung der Jugendliche in den Medien
sowie die Durchführung von Projekte mit Jugendlichen mit erhöhten Förderbedarf
ausgetauscht.
Dieses Jahr findet das Treffen
des Netzwerkes von dem 30. Juni bis zum 3. Juli 2011 in Paris-Ile de France.
Genauere Informationen nächstens online!
Nähere Infos: www.integration-netzwerk.com
- Projekt Clichy-sous-Bois/Berlin Neukölln
Das DFJW hat mit seinen Partnern – dem Institut für
Migration und Sicherheitsstudien (IMSS), dem Pariser Vorort Clichy-sous-Bois
und dem Berliner Bezirk Neukölln – ein dreijähriges Modellprojekt (2010 bis
2012) zwischen den als problematisch geltenden Sozialräumen zur Förderung der
Integration und Chancengleichheit benachteiligter Jugendlicher ins Leben
gerufen.
Der Austausch findet auf mehreren Ebenen statt: zwischen
Institutionen, Berufstätigen und Jugendlichen. Anlässlich einer Begegnung im
Frühjahr 2010 empfing Clichy-sous-Bois eine deutsche Delegation bestehend aus
Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitiker, Lehrerinnen und Lehrern,
Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern, Polizistinnen und Polizisten und
weiteren Fachkräften. Der Austausch mit ihren französischen Kolleginnen und
Kollegen über Ausbildungsfragen, Staatsbürgerschaft, Chancengleichheit und
Prävention war für alle eine bereichernde Erfahrung.
Bei diesem Austausch ist ebenfalls
ein Theaterprojekt entstanden. Schülerinnen
und Schüler der Albrecht-Dürer-Oberschule und des Lycée Alfred Nobel haben zusammen das Theaterstück von Yasmina Reza
„Drei Mal Leben“ bearbeitet und es mit zwei selbstgeschriebenen Versionen aus
Clichy-sous-Bois und Neukölln bereichert, sodass das Stück jetzt „Fünf Mal
Leben“ heißt. Es handelt sich um ein zweisprachiges Projekt, da die deutschen
Schülerinnen und Schüler das Theaterstück auf Französisch vorgeführt haben und
die Französinnen und Franzosen auf Deutsch.
Nachdem sich die Schülerinnen
und Schüler zwei Mal getroffen haben und gemeinsam das Theaterstück 2010
erfolgreich in Clichy-sous-Bois in der
Anwesenheit von Yasmina Reza aufgeführt haben, sind die Französinnen und
Franzosen vom 30. März bis zum 3. April 2011 zurück nach Neukölln gekommen. Die
Jugendliche haben „Fünf Mal Leben“, u. A. in der Anwesenheit von Jeannette
Bougrab, französische Staatssekretärin für Jugend und Vereinswesen, dem
deutschen Publikum präsentiert.
Sie wurden von einer Delegation
von Lokalpolitikerinnen und Lokalpolitikern, Fachkräften für Kinder- und Jugendhilfe sowie
Polizistinnen und Polizisten aus Clichy-sous-Bois begleitet. Die Fachkräfte konnten
mit ihren deutschen Amtskolleginnen und Amtskollegen Erfahrungen austauschen
und deutsch-französische Projekte zur Förderung der Integration und
Chancengleichheit entwickeln.
Gleichzeitig wurde die Fotoausstellung „Clichy ohne
Klischees“, die von Menschlichkeit und der Vielfalt der Kulturen erzählt, im
Rathaus Neukölln eröffnet.
Auch die Fortführung des Projektes ist gesichert. Für nächstes Jahr arbeiten bereits zwei neue Klassen aus Neukölln und
Clichy-sous-Bois an Yasmina Rezas Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“.
Kontakt:
Borris Diederichs
030 288 757-71
diederichs@dfjw.org
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