Die gemeinsame Projekte der Generation Europa 2026

Die konkreten deutsch-französischen Werte

Maike Hansen, Pascal Fechner

 

Ausgangspunkt

Die aktuelle Weltlage rückt unsere gemeinsamen Werte stärker in den Fokus. Doch was bedeuten Begriffe wie „Zusammenhalt“ oder „Verantwortung“ konkret in unserer täglichen Zusammenarbeit? Wir untersuchen, wie deutsch-französische Werte in der beruflichen und gesellschaftlichen Praxis gelebt werden. Unser Ziel ist es, durch den direkten Austausch ein tieferes Verständnis für die Gemeinsamkeiten und feinen Unterschiede unserer (Arbeits-)Kulturen zu entwickeln. Damit wollen wir einen praktischen Beitrag für eine reibungslose Kooperation leisten, die gerade für grenzüberschreitende Projekte von Regierung und Wirtschaft unerlässlich ist.

 

Umsetzungsformen

  • Recherchen auf der Grundlage von Verträgen und Abkommen wie dem Élysée-Vertrag oder dem Vertrag von Aachen à Bestandsaufnahme der interdisziplinären Forschung (Philosophie, Soziologie und Politikwissenschaft).
  • Umfrage unter allen bisherigen Jahrgängen der Generation Europa.
  • Gemeinsamer Workshop auf der Grundlage von „German Dream“ von Düzen Tekkal.

 

Zielgruppe

Junge Menschen ab 12 Jahren (eher erreichbar), Vorbereitungszeit einplanen.

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Der deutsch-französische Motor auf dem Prüfstand von Fragen zur Inklusion

Jeannette Bangoura, Falk Hemsing, Clemens Zoller

 

Ausgangspunkt

Im Rahmen dieser Projektarbeit beschäftigen sich Jeannette Bangoura, Falk Hemsing und Clemens Zoller mit dem Konzept der europäischen Souveränität im Zeichen einer inklusionssensiblen deutsch-französischen Perspektive. Gegenwärtige institutionelle Diskurse rund um europäische Souveränität heben vor allem geopolitische, industrielle und strategische Elemente hervor. Jedoch beziehen sie sich dabei oftmals auf ein implizites „Wir“, das vordergründig auf städtische, akademische und mehrheitsgesellschaftliche Milieus abzielt. Das Projekt möchte also zur kritischen Auseinandersetzung mit den „toten Winkeln“ des deutsch-französischen Bilateralismus anregen. Dabei soll diskutiert werden, wer mit diesem europäischen „Wir“ mitgemeint ist – und wer nicht. Wir möchten herausarbeiten, welche Bevölkerungsgruppen, insbesondere jene mit diversen Migrationsbiografien, sich hierin wiederfinden.

 

Umsetzungsformen

Mittels einer Podiumsdiskussion oder eines Vortragsformats zielt das Projekt darauf ab, diese Unschärfen und „Blinde Flecken“ des aktuellen Diskurses abzustecken. Mit dem Projekt soll auch Raum für ein dialogisches Format entstehen, sodass über die Bedingungen einer inklusionssensiblen Konzeption des europäischen Souveränitätsbegriffs gemeinsam nachgedacht werden kann. Ein breiter gefasster Arbeitsbegriff wäre in der Lage, ein größeres Zielpublikum anzusprechen und es für Europa im Rahmen der deutsch-französischen Freundschaft zu begeistern. Durch die Auseinandersetzung mit den Reden, den Repräsentationen und Zielgruppen, die derartige bilaterale Debatten umfassen, möchte dieses Projekt einen zentralen Beitrag zur gemeinsamen Reflexion der Prinzipien einer wahrhaftig geteilten europäischen Souveränität leisten.

 

Zielgruppe

Dabei hoffen wir auf die Zusammenarbeit mit diversen europäischen Partnerorganisationen wie den Jungen Europäischen Föderalist:innen (JEF) oder der Vertretung von weiteren grenzübergreifenden Zusammenschlüssen auf dem europäischen Parkett, wie jener der Europaregion Euregio Tirol-Südtirol-Trentino.

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Kenntnis der deutsch-französischen Sportstrukturen

Charlotte Ripolles, Hannah Prashuhn, Maurice Bessling, Emily Vontz

 

Ausgangspunkt

Im Breiten-, Leistungs-, und Inklusionssport fehlt es an Strukturen und Ressourcen für hilfsbedürftige FLINTA-Personen. Es braucht Anlaufstellen für mentale Unterstützung, bei Gesundheitsproblemen, bei sexueller Belästigung und bei Unterstützung von Mutterschaft im Sport. Auch müssen Sensibilisierungsangebote geschaffen und Inklusion vorangetrieben werden. FLINTA-Personen müssen auch im Sport immer die Souveränität über ihre Körper wahren können.

 

Umsetzungsformen

Ein Netzwerk kann über die sozialen Medien aufgebaut werden, unterstützt durch einen informierenden Podcast. Zudem braucht es regelmäßige Offline-Angebote, z. B. durch Treffen oder Panel-Talks, um FLINTA-Personen im Sport zusammenzubringen und Raum für Austausch zu bieten.

 

Zielgruppe

Das Projekt richtet sich an FLINTA-Personen im Sport (Breiten-, Inklusions- und Leistungssport). Wir drei wohnen in Deutschland, haben aber starke Verbindungen zum Sportbereich in Deutschland und Frankreich. 

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Generationsübergreifende Bekämpfung von Falschinformationen

Anne-Clémence Le Noan, Maëlle Spiller, Lena Schaefer 

 

Ausgangspunkt

Wenn es um Medien- und Informationskompetenz geht, richten sich politische Maßnahmen vor allem an Jugendliche und Kinder. Dabei sind Menschen über 65 Jahren anfälliger für Falschinformationen und teilen diese siebenmal häufiger als Internetnutzer:innen unter 30 Jahren (Guess, Nagler, Tucker in Science Advances, 2019). In einer Gesellschaft mit einer alternden Bevölkerung – in Deutschland machen Rentner:innen mehr als 40 % der Wählerschaft aus – ist die Sensibilisierung älterer Menschen für „Fake News“ eine demokratische Herausforderung. Zudem ist Künstliche Intelligenz zugänglicher denn je und erschwert die Erkennung von Falschinformationen.

 

Umsetzungsformen

Wir möchten Initiativen und Akteure identifizieren, die sich in Deutschland und Frankreich bereits mit diesem Thema befassen, um generationenübergreifende Interventionsformate für Senior:innen ins Leben zu rufen. Das Ziel ist ein doppeltes: Vorurteile gegenüber jungen Menschen und deren Umgang mit sozialen Netzwerken zu hinterfragen und den Wissensaustausch über (Des-)Information zwischen den Generationen zu fördern – denn es gibt kein Alter, in dem man seinen kritischen Geist nicht schärfen kann!

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Generation Europa 2027: In Vielfalt vereint

Rim Melake, Rebecca Acosta 

 

Ausgangspunkt

Inspiriert von unseren jeweiligen Lebenswegen – in denen uns jemand oder eine Gruppe von Menschen die Hand gereicht hat, um uns in ein gemeinschaftliches Projekt „einzubeziehen“ – möchten auch wir zukünftige Bewerber innen für das Programm „Generation Europa“ begleiten, damit alle einen gleichberechtigten Zugang zu diesem Format des Austausches und des soziokulturellen Engagements haben.

 

Umsetzungsformen

  • Hilfsmittel für den Zugang zu einem Kulturprogramm am Beispiel von Generation Europa.
  • Informationsveranstaltung: Alumni-Netzwerk „Ask me anything“ auf Englisch, Französisch, Deutsch sowie gezielte Ansprache von Partnern vor Ort.
  • Passende FAQ für Personen, die mit den Bewerbungsverfahren nicht vertraut sind (Empfehlungsschreiben, Video).

 

Zielgruppen

Partner vor Ort, die bereits im Bereich der wirtschaftlichen und kulturellen Inklusion tätig sind, sowie zukünftige Bewerber:innen für das Programm „Generation Europa“.

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Souveränität durch Erinnerung

Clarisse Corruble, Camille Blin-Oudard, Pylyp Udovenko, Amira Kan’an 

 

Ausgangspunkt

Wir möchten die Idee der europäischen Souveränität durch die Aufarbeitung vergangener und aktueller Konflikte weiterentwickeln. Im Rahmen des fortwährenden europäischen Aufbaus und der Erweiterung der Europäischen Union um neue Mitgliedstaaten ist es notwendig, ein gemeinsames Bewusstsein zu schaffen, das sich insbesondere aus den Erinnerungen an vergangene Konflikte speist. Es geht darum, sich der Vielfalt der „europäischen Erfahrung“ bewusst zu werden, um unsere Gemeinschaft in ihrer ganzen Komplexität und ihrer facettenreichen Geschichte besser zu verstehen. Gegenstand der Untersuchung ist die Frage, wie Erinnerungsarbeit Einzelpersonen und ganzen Gemeinschaften dabei hilft, ihre Souveränität wiederzuerlangen, nachdem ihnen ihre individuelle und kollektive Selbstbestimmung im Rahmen von Konflikten von „Souveränen“ verweigert wurde. Im aktuellen geopolitischen Kontext – und insbesondere angesichts der Konflikte auf europäischem Boden – erscheint es uns grundlegend wichtig, Kriegserinnerungen auf den neuesten Stand zu bringen und junge Generationen durch aktive Forschungsarbeit und grenzüberschreitenden Austausch einzubeziehen, um die Bedeutung des Völkerrechts zu begreifen, die europäische Souveränität zu stärken und den Frieden zu sichern.

 

Umsetzungsformen

Wir möchten das Thema anhand verschiedener Konflikte behandeln, um mehrere Erinnerungsperspektiven in Europa zu beleuchten. Als Beispiele können Jugoslawien, Polen und den Zweiten Weltkrieg sowie die Ukraine dienen. Wir möchten ein Projekt mit Schüler:innen oder Studierenden in Deutschland und Frankreich durchführen, damit sie sich mit den Erinnerungen an diese Konflikte auseinandersetzen und über aktuellere Formen der Erinnerungsarbeit nachdenken. Wir möchten Austauschveranstaltungen mit Personen organisieren, die diese Konflikte direkt oder indirekt durch ihre Familienerinnerungen erlebt haben. So ließe sich die Forschungsarbeit veranschaulichen und eine gemeinsame Reflexion mit einer Vielzahl von Standpunkten und Erfahrungen könnte gefördert werden.

 

Zielgruppe

Die Zielgruppe besteht aus jungen Menschen (Schüler:innen oder Studierende, Alter noch festzulegen) aus Deutschland und Frankreich, die wir nach Möglichkeit über eine Partnerschaft zwischen deutschen und französischen Schulen oder über deutsch-französische Jugendnetzwerke mobilisieren. Das Projekt würde über ein Schuljahr hinweg stattfinden; Beginn wäre im September 2026. Wir werden deutsch-französische Tandems bilden, damit die Schüler:innen ihre Arbeiten durch die Komplementarität ihrer Sichtweisen, die aus ihrer persönlichen und nationalen Geschichte resultieren, gegenseitig bereichern können. Im Laufe des Jahres sollen Treffen zwischen den Projektteilnehmenden sowie mit Personen stattfinden, die über die betreffenden Konflikte berichten möchten. Denn es liegt uns am Herzen, dass dieses Projekt auch den Menschen, die diese Konflikte durchlebt haben, eine Stimme gibt. Auf diese Weise können die Schüler:innen sich nicht nur untereinander austauschen, sondern auch mit den Zeitzeug:innen dieser Konflikte sprechen und so ihre Erinnerungserfahrungen erweitern. Für die Zeitzeug:innen, die sich zur Teilnahme bereit erklären, geht es darum, zur Bereicherung eines gemeinsamen europäischen Gedächtnisses beizutragen und möglicherweise und in gewissem Maße ihre individuelle Souveränität und Selbstbestimmung wiederzuerlangen. Am Ende des Jahres wird eine Abschlussveranstaltung organisiert, bei der die Schüler:innen eine Präsentation oder Ausstellung zeigen.

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Die Jugend des Weimarer Dreiecks+ zum Thema Souveränität

Thomas Pelletier 

 

Ausgangspunkt

Ich habe bereits ein ähnliches Projekt (Spendenaktion – 3.500 Euro) am Collège d’Europe 2025 durchgeführt (siehe hier). Die beiden ukrainischen Organisationen kenne ich sehr gut und habe 2023 bereits einen Dokumentarfilm über die Unterstützung und den Alltag in Luzk (Wolhynien, Ukraine) gedreht.

 

Ziele

  • Unterstützung für die Ukraine und für Kinder, die einen Elternteil an der Front verloren haben (meistens den Vater): Sie sollen die Möglichkeit haben, sich an einem Ort fernab ihres Alltags zu treffen.
  • Verbindungen zwischen jungen Menschen aus Deutschland, Frankreich und Polen (Generation Europa) mit jungen Menschen aus der Ukraine aufbauen.
  • Austausch und Auseinandersetzung mit dem Begriff „Souveränität“ aus der Perspektive von ukrainischen Kindern (Was bedeutet „Souveränität“ für sie? Sie sind in der Lage, über diese Themen zu sprechen) und aus der deutsch-französischen Perspektive (der Mitglieder von Generation Europa), da die Ukraine ein Land ist, in dem sich die Frage der Souveränität ganz offensichtlich stellt.
  • Mögliche Erstellung Dokumentarfilms über den Aufenthalt / das Bildungscamp.

 

Umsetzungsformen

Spendenaktion für die Organisation eines pädagogischen Sommercamps in der Ukraine für Kriegswaisen in einem Rehabilitations-/Integrationszentrum in Wolhynien, in Zamlynia, an der polnisch-ukrainischen Grenze.

Unterstützte Organisationen:

  1. ДІТИ НЕБЕСНОГО ЛЕГІОНУ (Bürgerbewegung, die vertriebenen Kindern und Kriegswaisen in der Ukraine hilft, sich in ein neues Lebensumfeld in Luzk (Wolhynien) zu integrieren und dort aufzuwachsen).
  2. Integrations-/Rehabilitationszentrum Zamlynia, betrieben von Caritas.

Beide Organisationen sind in der Ukraine sehr bekannt und finden große Beachtung in den Medien.

  • Brieffreundschaft und andere Korrespondenzaktivitäten zwischen Generation Europa und Kindern in der Ukraine (Briefwechsel, Vorstellungsvideos).
  • Reise einiger Mitglieder von Generation Europa zur Organisation und Durchführung von Bildungsaktivitäten bzw. Austauschprogrammen sowie Gesprächen rund um die Souveränität in der Ukraine.

 

Zielgruppe

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Deutsch-Französischer Jugenddialog über die Zukunft der europäischen Wirtschaft und Verteidigung

Clarisse Corruble, Polina Szviridova, Johan Krieger, Pylyp Udovenko 

 

Ausgangspunkt

Europa steht aktuell vor multiplen Herausforderungen: Veränderungen in der geopolitischen Landschaft, Rückkehr des Krieges nach Europa, zunehmende Instrumentalisierung des internationalen Handels sowie Proteste von Schüler:innen in Deutschland gegen die Wehrpflicht, gestiegene Verteidigungsausgaben in der Europäischen Union, eine komplexe Aufrüstungsdebatte in Deutschland, anhaltende Schwierigkeiten bei der deutsch-französischen Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich, (haushalts-) politische Zwänge in Frankreich, die Rede von Präsident Emmanuel Macron zur nuklearen Abschreckung am 2. März 2026 sowie die Rolle des deutsch-französischen Paares für eine sichere und friedliche Zukunft Europas.

Wir erkennen die Bedeutung eines fairen und transparenten Dialogs zwischen jungen Studierenden aus Deutschland und Frankreich zu den Themen europäische Verteidigung, Geo-Ökonomie, Wirtschaftsdiplomatie, Technologie und europäische Souveränität. Dabei stehen unsere gemeinsamen Werte, Interessen, unsere Geschichte sowie das gegenseitige Verständnis für die jeweiligen geostrategischen Perspektiven und Kulturen im Mittelpunkt.

 

Umsetzungsformen

Aus diesem Grund könnten wir Diskussionen, Workshops oder Austausch- und Schulungsveranstaltungen organisieren, die junge Menschen und Perspektiven aus beiden Ländern mit Vertreter:innen und Expert:innen beider Länder zusammenzubringen. Damit verfolgen wir zwei Ziele. Wir wollen:

  1. Jungen Menschen aus beiden Ländern die Möglichkeit geben, die geostrategische Kultur des jeweils anderen Landes besser zu verstehen,
  2. Der jüngeren Generation eine Plattform bieten, sich im sich wandelnden geopolitischen Kontext direkt auszutauschen, zu interagieren und ihre berechtigten Anliegen zu äußern.

Im Zusammenhang mit diesen Fragen zum Thema Souveränität möchten wir uns auch auf die strategischen Herausforderungen konzentrieren, denen die deutsch-französischen Beziehungen innerhalb Europas gegenüberstehen. Zu den wichtigen und sich ergänzenden Themen, die wir behandeln könnten, gehören:

  • Wirtschaftsdiplomatie (deutsch und französisch) in Europa und weltweit.
  • Der deutsch-französische Wirtschaftsmotor: Unterschiede und Divergenzen.
  • Fragen der industriellen und energetischen Souveränität im Hinblick auf strategische Autonomie.
  • Die Rolle neuer Technologien, Künstlicher Intelligenz und Weltraumforschung im Dienste der Souveränität.

Durch die Erläuterung dieser Themen hoffen wir, die Wahrnehmung und das Engagement junger Menschen in Deutschland und Frankreich zu verändern, um gemeinsame und sich ergänzende Ziele zu erreichen.

 

Zielgruppe

Junge Erwachsene und Menschen, die sich mit diesen Themen beschäftigen; Organisation von Workshops und Seminaren.

Sollte auf Ebene des DFJW ein Podcast eingerichtet werden, könnten wir Personen interviewen, die sich mit diesen Themen befassen (z. B. Vertreter:innen deutsch-französischer Unternehmen, Spezialist:innen für europäische Verteidigungsfragen, auf Energie- und Industriethemen spezialisierte Ökonom:innen, Politiker:innen mit Bezug zu deutsch-französischen und europäischen Angelegenheiten).

Mögliche Partner mit Erfahrung in der Organisation und Moderation von Workshops und Diskussionen mit jungen Menschen und der breiten Öffentlichkeit:

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