„Niemand darf ausgegrenzt werden“
Inklusion zielt darauf ab, allen die Möglichkeit zu geben, an Projekten teilzunehmen, sich voll und ganz einzubringen und deren Inhalte mitzugestalten, unabhängig von den eigenen Fähigkeiten, Interessen oder der persönlichen Situation.
Ein Flüchtlingsstatus, die Geschlechtsidentität, eine Behinderung oder auch die geografische Entfernung sollten junge Menschen niemals daran hindern, an interkulturellen Begegnungen teilzunehmen.
Die Programme müssen sich an die Jugendlichen anpassen und nicht umgekehrt. Wir sind uns bewusst, dass es nicht immer einfach ist, allen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ein inklusiverer Ansatz ist in erster Linie ein Prozess des Lernens und der Anpassung. Schon kleine Änderungen können eine große Wirkung haben.
Nachfolgend finden Sie nützliche Ressourcen und Projektbeispiele, die Ihnen Denkanstöße geben und Sie bei der Konzeption inklusiverer Austauschprojekte unterstützen sollen.
Unsere Projekte
Seit 2024 sind dank der Projektausschreibung „Inklusion und Teilhabe junger Menschen stärken“ mehr als 30 Initiativen ins Leben gerufen worden.
Act’Art – Unsere Unterschiede feiern
Im Juli 2024 kamen 18 Jugendliche aus Deutschland und Frankreich im Alter von 13 bis 17 Jahren mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen, um gemeinsam über verschiedene Formen der Diskriminierung nachzudenken. Das Programm wurde von zwei Mitgliedsverbänden des Netzwerks „l'Alliance“, Solidarité Jeunesse Grand Est und Internationale Begegnung in Gemeinschaftsdiensten (IBG), getragen und förderte Eigeninitiative, indem es die Teilnehmenden dazu einlud, ihre Projekte individuell und mit Unterstützung des Betreuungsteams durchzuführen. Dabei wurde besonders auf die Besonderheiten jedes Einzelnen geachtet, um den Zusammenhalt der Gruppe zu stärken.
Ein täglich stattfindender Jugendrat ermöglichte es ihnen, direkt zur Gestaltung des Aufenthalts beizutragen und sich mit demokratischen Praktiken vertraut zu machen. Die Gruppe entwickelte zudem ein Escape Game zum Thema digitale Diskriminierung von Migrant:innen, nahm an einem interkulturellen Rollenspiel teil, das von ihren persönlichen Geschichten inspiriert war, und arbeitete an der Erstellung eines Theaterstücks über Diskriminierung in der Gesellschaft, das mit Unterstützung einer Expertin erarbeitet und in einem generationsübergreifenden Rahmen vor Publikum aufgeführt wurde.
Wann? 15.–30. Juli 2024
Wo? Fouday, Elsass
Paralympisches Fit
Der inklusive Sport stand im Zentrum dieser Begegnung, die junge, Spotler:innen mit und ohne Behinderung zusammenbrachte. Ziel dieses Projekts war es, die individuellen Fähigkeiten jedes Einzelnen zu fördern, die Teilnahme von Jugendlichen zu unterstützen, die normalerweise nur begrenzten Zugang zu europäischen Austauschprogrammen haben, und ihre Selbstständigkeit zu stärken, auch wenn dies eine Begleitung erfordert.
Eine Woche lang entdeckten die teilnehmenden Jugendlichen mehrere inklusive Sportarten — darunter Volleyball, Boccia und Baskin’ —, deren Regeln so angepasst wurden, dass alle gemeinsam spielen konnten. Sie erkundeten Paris und achteten dabei besonders auf die Barrierefreiheit der Orte, betrieben einen Stand zum Thema inklusiver Sport beim „Forum des associations“ im 11. Arrondissement und nahmen an einer Podiumsdiskussion teil, die Entscheider:innen aus dem Sport- und Vereinswesen versammelte.
Getragen wurde das Projekt vom Centre Français de Berlin und Peuple et Culture in enger Zusammenarbeit mit den Sportvereinen Pfeffersport e.V. und Novosports.
Inkluvista: Brücken zur Inklusion
Junge Menschen für die Vielfalt persönlicher Lebenserfahrungen zu sensibilisieren und ihnen Kompetenzen zur Teilhabe, zur gesellschaftlichen Inklusion sowie interkulturelle Kompetenzen zu vermitteln, sind die Ziele dieses hybriden Projekts, das zwischen Mai und Dezember 2024 vom Verein Clever – Internationale Bildung e.V. in Zusammenarbeit mit mehreren Schulen in Deutschland und Frankreich durchgeführt wurde.
Es richtete sich an achtzehn Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren aus beiden Ländern, von denen ein Teil noch nie an einem interkulturellen Austausch teilgenommen hatte, um eine bewusst heterogene Gruppe zu bilden. Das Treffen fand vom 8. bis 14. November 2024 in Straßburg und Freiburg statt.
Der Ansatz basierte auf mehreren Aktivitäten, die es ermöglichten, diese Themen konkret anzugehen:
- Ein Workshop zur Sensibilisierung für das Thema Blindheit mit der blinden Fotografin Silja Korn;
- Ein Besuch des Europäischen Parlaments;
- Die Teilnahme am Theaterstück „Schattenspringer“;
- Ein Rundgang durch Freiburg mit Schwerpunkt auf Mobilitätsbarrieren;
- Ein Workshop zur Gestaltung einer inklusiven Stadt.